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Fahren eines Klassikers

Das Fahren eines Klassikers

Prolog: Man wird älter und es bereitet immer mehr Mühe, sich auf ein Motorrad zu schwingen; es artet aktuell eher auf ein Klettern hinaus. Das umtriebhafte An- und Umkleiden sowie das "nackte" Dasein im stetig zunehmenden Verkehr liessen Gedanken an eine Zukunft mit vier anstelle zweier Räder nicht mehr abwegig erscheinen. Als bekennender Frischluftfanatiker muss es sich dabei zwangsläufig um ein Cabrio handeln. Mit meiner Körperfülle war ein Roadster infolge der beengten Verhältnisse - wo ich mir eher wie der grosse Bruder im Tretauto des kleineren Bruders vorkomme - nicht die erste Wahl.
Irgendwie fühle ich mich zu den "Eigenheiten" englischer Fahrzeuge hingezogen. Die Perfektion deutscher Fahrzeuge ist mir zu steril; die Leistungsexzesse moderner Cabrios im Vergleich zu den immer umgreifenderen (Geschwindigkeits-) Einschränkungen schizophren.
Schon als Knabe hat mir die Kühlerfigur eines bekannten englischen Herstellers das Herz höher schlagen lassen und nun bereite ich mich langsam für diese Anschaffung mittelst Sammeln möglichst viel Wissens über die "Eigenarten" der einzelnen Versionen eines klassischen Rolls-Royce Corniche vor:
Optionen RR- Corniche- Versionen [22 KB]
Zusammenfassung RR- Modelle [63 KB]

 

Medienstimmen über den Rolls-Royce Corniche

Mein Rolls-Royce:

Am Freitag, den 17. Juli 2009 konnte ich in Männedorf einen Rolls-Royce Corniche Convertible 1984 (US- Kalifornien- Version mit modernem Dreiwegekatalysator; immatrikuliert 1986 in CH) aus "Erster Hand" und mit gültiger MFK (Strassenzulassung) übernehmen. Das Fahrzeug ist aussen und unten in einem guten Zustand, ist 70'000km in der Schweiz und zusätzlich zwei Jahre in Los Angeles gefahren worden. Inspektionen wurden regelmässig ausgeführt, war im Winter nie eingesetzt worden und verblieb in den Ruhezeiten in einer Einstellhalle. Der Lack ist wie neu und der Wagen läuft einwandfrei. Seitens der Zurich, wo ich das Fahrzeug als Oldtimer versichere, gab man bezüglich Zustand die Note 2-3.
Natürlich sind die Spuren des Alters vorhanden. Pattina gibt es im Laufe der Jahre auch bei grösster Sorgfalt.
So musste der Autoelektriker einige Kleinigkeiten - meist Kontaktprobleme - gängig machen: Elektrische Entriegelung der Rücklehnen der Vordersitze und des Kofferraumschlosses, Scheibenwischerantrieb und Tempomat, diverse Lämpchen bei der Armaturenbrett- und Innenraumbeleuchtung. Das Originalsoundsystem von BLAUPUNKT mit defektem Tonbandantrieb wurde durch ein modernes "Retro" von BECKER (Modell MEXIKO 7948 mit Navisystem und MP3- Payer) ersetzt.
Auch im Innenraum waren die Spuren der Zeit sichtbar. Die Wurzelholzteile und das Lederinterieur sind fachmännisch gereingt, repariert und aufgefrischt worden.
Auch an unsichtbareren Stellen ist investiert worden. Alle Gummiteile am Fahrwerk, sowie Stossdämpfer und weitere dem Alterungsprozess unterworfenen Teile sind mit Originalteilen ausgetauscht worden. Die wichtigsten Teile der LUCAS- Zündanlage (Zündkabel, Zündkerzenstecker, Verteilerfinger und -kopf) sind erneuert worden.
Die Klimaanlage ist auf FCKW- freies Kühlmittel umgebaut worden.
Gemäss den Bewertungskriterien für Oldtimer- Fahrzeuge [49 KB] kann dieses Fahrzeug nun von der ursprünglichen Note 2-3 auf die Note 2 hochgestuft werden und steht in der Gruppe 2 "Authentisch".
Am 8. April 2011 erfolgte eine erfolgreiche MFK.
Ich danke allen Beteligten für die ausgeführten Arbeiten:
Antikschreinerei Andreas Isenring, Ersigen
Autosattlerei Heinz Friedli Rüegsbach

Auspuffzenter und Pneuhaus
Autocarrossier
Autoelektriker
Autogarage
Autoklima

Das Bild zeigt die Originalmatrize, womit die Markenembleme für die Rolls-Royce- Kühler hergestellt wurden: Techron AG,




 

Rolls-Royce Corniche Convertible 1984

Chassis- Nr. SCA ZD4 2AO ECX 07749, Linkslenker. 8 Zylinder in V-Form, Zylinderreihen im 90-Grad-Winkel; Leichtmetall-Motorblock, Bohrung x Hub 104,14 mm x 99,06 mm, Hubraum 6.750 ccm; Leichtmetall-Zylinderköpfe; Bosch-Einspritzanlage KE-Jetronic; geregelter Dreiwege- Katalysator; Hinterradantrieb; 3-Gang-Automatik GM 400; rundum Einzelradaufhängung mit Schraubenfedern; hydropneumatische Niveauregulierung hinten; rundum Scheibenbremsen (vorne innenbelüftet); Radstand 3.061 mm, Spurweite hinten 1.540 mm); Reifen 235/70VR15;Leistung "enough"; Leergewicht 2300kg; Verbrauch ca. 20l Bleifreibenzin 95 auf 100km; Tankinhalt 108 Liter. Vier Sitzplätze, elektrohydraulische Verdeckbetätigung mit mechanischer Handverriegelung. Keine Fahrassistenten wie ABS, ASR, ESP, BAS, EPD, ABC, MSR, EDS, HUD, ANB, ACC, PWS, LDW, ISA, DDDS, TSR, C2C.... Hier fährt der Fahrer noch selbst! Geliefert wurde das Fahrzeug 1984 in die USA an die Rolls-Royce Motor Cars Beverly Hills in Los Angeles. Der Verkaufspreis betrug anno dazumal 198'000$ (ca. 425'000 chf). Das Fahrzeug wurde vom Verkäufer 1986 mit in die Schweiz genommen. Übrigens wurde bei diesem RR- Dealer 1992 eine Szene aus der Fernsehserie "Columbo" gedreht. (Ein Spatz in der Hand)

Rolls-Royce Motor Cars Beverly Hills

Lins zu Rolls-Royce Motors Cars Beverly Hills

 

Bilder- Galerie

Selfies

   
  22.10.2010: Besuch bei Kollegen in Bubendorf  
22.04.2011: In Begleitung eines Fiat 500 von 1958 und einem Mercedes SL 230 von 1966 auf einer gemeinsamen Fahrt ins Emmental 22.04.2011: Eine besondere Begegnung auf dem Parkplatz des Berghotel Langis beim Glaubenberg. 02.03.2012: Kurzvisite in der Altstadt von Aarberg
04.05.2012: Zwischenhalt in der "Auberge La Puce" in La Ferrière 04.05.2012: Auf dem Weg von Saint-Imier auf den Chasseral 17.06.2012: Treffen unter Cabriokollegen; einem Audi A5 und einem BMW Z4
23.06.2012: Besuch bei der Basis der Air Glaciers in Lauterbrunnen 20.10.2012: Durch die Weinberge von Concise/VD 20.10.2012: Ein etwas knappes Parkfeld bei der Kirche in Concise/VD
27.05.2013: Besichtigung der Klosterkirche von Mariastein 08.06.2013: Besuch bei Salzmann Bronze in Bassecourt 21.06.2013: Fahrzeugtausch in Oberburg
21.06.2013: Beim Kaffeehalt in Estavayer-le-Lac 15.07.2013: Ampelstopp in Derendingen 26.07.2013: Zwischenhalt Im Restaurant Vorderer Erzberg beim Scheltenpass
01.04.2014: Motorfahrzeugkontrolle (MFK) im Kontrollzentrum Ostermundigen. Zufälligerweise unmittelbar nach einem Rolls-Royce Silver Spirit 09.04.2014: Bei einer Pilotenschulung durch Bernd Pöting auf dem Modellflugplatz Müllheim im Breisgau. 06.06.2014: Beim Kloster Muri
22.08.2014: Auf dem Weg zur Griesalp 22.08.2014: Das Ausflugsziel ist erreicht: Die Griesalp 24.04.2015: Rundfahrt entlang des Doubs; Zwischenhalt in der L'Auberge Maison Monsieur bei La Chaux de Fonds am Doubs
07.05.2015: Mittagspause auf einem etwas kurzen Parkfeld des Restaurant Schloss Reichenbach in Zollikofen bei Bern. Im Hintergrund die Hochwasser führende Aare. 12.05.2015: Vor dem Restaurant Eden in Beinwil am See. 02.06.2015: Besuch im Schneckenparadies in Wiedlisbach.
25.06.2015: Kaffepause in Rothenturm 25.06.2015: Besichtigung einer Schmiede in Niederurnen 26.06.2015: Einkaufsbummel in Laufenburg
01.07.2015: Im Gotthardtunnel bei bis zu 40°C!!! (Aussentemperatur in Airolo um 9.30 Uhr 26°C) 01.07.2015: Zwischenhalt zwischen Airolo und St. Gotthard- Hospiz auf der Tremola 01.07.2015: Zwei automobile und vier menschliche Veteranen treffen sich auf dem Gotthardpass
 
13.07.2015: Zwischenhalt im Restaurant Urweid bei Innertkirchen. 04.08.2015: Zwischenhalt in Ronco im Bedrettotal  
 
07.07.2016: Mittagessen im Ruedihus in Kandersteg 09.07.2016: Abendessen im SchwarzseeStärn in Schwarzsee (Plaffeien/FR)  
19.07.2016: Auf der Grimselpasshöhe zum Frühstück 19.07.2016: Zwischenhalt für Wurst und Brot auf dem Gotthardpass 30.09.2016: Fotohalt bei Haut-de-Caux oberhalb Montreux
23.05.2017: Jurafahrt mit Kaffeehalt im "Hotel La Caquerelle" beim "Col des Rangiers" im Kanton Jura 08. Juni 2017: Fahrt im Passwanggebiet mit Blick auf Grindel 08. Juni 2017: Bei Büren zum Hof (Fraubrunnen). Blick zu den Alpen.
29.08.2017: Fahrt ins Tessin über den Gotthardpass ins Val Tremola 29.08.2017: Rückfahrt vom Tessin über den Nufenenpass 29.08.2017: Rückfahrt vom Tessin beim Autoverlad vor dem Lötschbergtunnel in Goppenstein
   
17.10.2017: Herbstliche Fahrt durch den Jura. Hier bei Lajoux.    

Eine historische Begegnung

Postkutsche am Gotthardpass

Begegnung nach unserer Reise von Airolo nach Andermatt am 1. Juli 2015 auf der Nordseite des Passes.

Eine besondere Begegnung

Am Karfreitag, 22. April 2011

trafen sich auf dem Parkplatz des Berghotel Langis beim Glaubenberg zwei Fahrzeuge, die autotechnisch gegensätzlicher fast nicht mehr sein können. Nicht nur, dass das Eine sehr dunkel und das Andere sehr hell ist; der "Tesla Roadster" tritt gegenüber dem sehr konservativen "Rolls-Royce Corniche Convertible" als sehr sportliches Fahrzeug und mit modernster Antriebstechnik ausgerüstetes auf. Die Antriebsleistung des Tesla steht mit 290 PS deutlich über derjenigen von etwa (nach RR genügenden) 200 PS beim Rolls-Royce. Die beiden Wagengewichte differenzieren sich um den Faktor zwei und während der mit Benzinmotor ausgerüstete Rolls- Royce vom benötigten Treibstoff um die 20 Liter auf 100km umsetzt, begnügt sich der Tesla mit seinen knapp 7000 (!) Laptopbatterien umgerechnet mit einem Liter auf dieselbe Strecke. Auch das Beschleunigungsvermögen des kalifornischen Elektroflitzers zeigt sich mit dem Vierfachen gegenüber dem behäbigen, edlen Engländer letzterem deutlich überlegen. Einzig bei der Reichweite kann der Rolls-Royce etwas punkten. Während dem Tesla bereits spätestens bei knapp 400 Kilometer Fahrt der elektrische Saft ausgeht, kommt der Rolls-Royce gegen 25% dieser Strecke weiter. Dann kann der 108 Liter fassende Tank an den vielen zur Verfügung stehenden Tankstellen in ein paar Minuten wiederum gefüllt werden. Für das Prozedere des "Tankens" benötigt es beim Tesla neben einer speziellen Ladestation - die meist in der heimischen Garage steht - gute drei Stunden Zeit. Während eine Tankfüllung beim Rolls-Royce aktuell (2011) um die 180 Franken kostet, begnügt sich der Tesla für eine Vollladung der Batterien mit rund 10 Franken.

Werbefilme

Für den Heimwerker

ugub / pixelio.de

Da es sicher während dem vorgesehenen, langjährigen Einsatz das eine oder andere Problemchen geben wird: Rolls-Royce- und Bentley- Forum und für die notwendige Ersatz- und Verschleissteileversorgung: Heavens Gate Garage Erbrecht oder Introcar.

 

Links

Ein Rolls-Royce Phantom entsteht

Ungeliebte Emily

Sind Sie schon einmal einem Rolls-Royce ohne das bekannte Maskottchen auf dem Kühlergrill thronend, der berühmtesten Kühlerfigur der Welt schlechthin, der "Spirit of Ecstasy" oder kurz – von den Einten abschätzend, von den Anderen liebevoll - "Emily" genannt, begegnet? Dieser Dame, mit wehendem Kleid im Fahrtwind auf dem tempelförmigen Kühler stehend (sehr selten auch kniend), fährt ihr jeder Rolls-Royce- Fahrer unbeirrt hinterher, wohlwissend, dieses Geschöpf nie einholen zu können.
In der Schweiz ist dieses Maskottchen - das ein sehr gutes Automobil erst zu einem Rolls-Royce macht - als "Gefährlicher Karosserieteil" eingestuft worden und wird bei einer MFK (Motorfahrzeugkontrolle - Analog dem Deutschen "TÜV") nicht akzeptiert. Auch ein über 100 Jahre alter Rolls-Royce Silver-Ghost muss diesen wichtigen Bestandteil vom Kühlergrill entfernen. Neuere Rolls-Royce haben eine Vorrichtung, die bei kleinster Bewegung der Figur diese blitzschnell im Kühlergrill verschwinden lässt. Oder als letzter Schrei kann dies sogar vom Armaturenbrett aus per Knopfdruck ausgelöst werden. Letzteres eignet sich auch als wirkungsvolle und bequeme Diebstahlsicherung, da die liebe "Emily" als sehr begehrtes Objekt oft "plötzlich entfliegen" könnte.
Hier [5 563 KB] eine Powerpointpräsentation über Rolls-Royce und "Emily" aus unbekannter Quelle...

 

Skizze vom Mascot Knob

Ich habe mir für das Kaschieren des hässlichen Loches, das die entfernte Figur im Kühlergrill hinterlässt, einen Knopf (Mascot Knob) aus rostfreiem Stahl gefertig. Natürlich können auch andere Materialen (Bronze, Aluminium, Messing, Silber, Gold etc.) je nach Geschmack und Budget, verwendet werden. Bei galvanisiertem Stahl zum Beispiel, kann auf das Zentralgewinde verzichtet werden, da der Mascot Knob mit einem Magneten heraus gezogen werden kann.

Mascotknob anstelle der "Spirit of Ecstasy"

Nun kann bei Bedarf mit Hilfe eines 3/16"- Inbusschlüssels die auf der Rückseite des Kühlergrills zugängige Befestigungsschraube um zwei Umgänge gelöst, die Kühlerfigur hinaus gezogen, dieser Knopf reingeschoben und anschliessend die Befestigungschraube wieder festgezogen werden. Für das Entfernen des Mascotknob muss als Erstes die Zentralschraube soweit herausgeschraubt werden, dass diese mit spitzen Fingern gepackt und nach dem Lösen der Befestigungsschraube das Ganze heraus gezogen werden kann.

Reportage über das Entstehen der Kühlerfigur eines Rolls-Royce

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