ursusmajor

Fahren eines Klassikers

Das Fahren eines Klassikers

Marion Marino / PIXELIO

Prolog: Man wird älter und es bereitet immer mehr Mühe auf ein Motorrad zu klettern. Das umtriebhafte An- und Umkleiden und das "nackte" Dasein im stetig zunehmendem Verkehr lassen doch einige Gedanken an eine motorradfreie Zukunft aufkommen. Als bekennender Frischluftfanatiker muss es sich dabei um ein Cabrio handeln. Mit meiner Körperfülle wird ein Roadster infolge der beengten Verhältnisse - wo ich mir eher wie der grosse Bruder im Tretauto des kleineren Bruders vorkomme - nicht die erste Wahl sein.

Irgendwie fühle ich mich den "Eigenheiten" englischer Fahrzeuge hingezogen. Die Perfektion deutscher Fahrzeuge ist mir zu steril; die Leistunsexzesse der modernen Cabrios im Vergleich zu den immer umgreifenderen Einschränkungen schizophren.

Schon als Knabe hat mir die Kühlerfigur eines bekannten englischen Herstellers das Herz höher schlagen lassen und nun bereite ich mich langsam für diese Anschaffung mittelst Sammeln möglichst viel Wissens über die "Eigenarten" der einzelnen Versionen eines Rolls-Royce Corniche vor:
Optionen RR- Corniche- Versionen [22 KB]
Zusammenfassung RR- Modelle [63 KB]
(Illustration: www.pixelio.de)

 

Medienstimmen über den Rolls-Royce Corniche

Mein Rolls-Royce:

Am Freitag, den 17. Juli 2009 konnte ich in Männedorf einen Rolls-Royce Corniche Convertible 1984 (US-Version) [9'241 KB] aus "Erster Hand" übernehmen. Das Fahrzeug ist aussen und unten in einem sehr guten Zustand, ist gute 70'000km in der Schweiz und zusätzlich zwei Jahre in Los Angeles gefahren worden. Inspektionen wurden regelmässig ausgeführt, war im Winter nie eingesetzt worden und verblieb in den Ruhezeiten in einer Einstellhalle. Der Lack ist wie neu und der Wagen läuft einwandfrei.

Der Autoelektriker musste einige Kleinigkeiten gängig machen: Elektrische Entriegelung der Rücklehnen der Vordersitze und des Kofferraumschlosses, Scheibenwischerantrieb und Tempomat, diverse Lämpchen bei der Armaturenbrett- und Innenraumbeleuchtung. Das Originalsoundsystem von BLAUPUNKT mit defektem Tonbandantrieb wurde durch ein modernes von BECKER (Modell MEXIKO 7948 mit Navisystem und MP3- Payer) ersetzt.

Im Innenraum waren die Spuren der Zeit sichtbar. Die Wurzelholzteile und das Lederinterieur sind fachmännisch gereingt, repariert und aufgefrischt worden.

Auch an unsichtbareren Stellen ist investiert worden. Alle Gummiteile am Fahrwerk, sowie Stossdämpfer und weitere dem Alterungsprozess unterworfenen Teile sind ausgetauscht worden.

Die Klimaanlage ist auf FCKW- freies Kühlmittel umgebaut worden.

Gemäss den Bewertungskriterien für Oldtimer- Fahrzeuge [49 KB] kann dieses Fahrzeug nun von der ursprünglichen Note 3 auf die Note 2 hochgestuft werden.

Am 8. April 2011 erfolgte eine erfolgreiche MFK.

Ich danke allen Beteligten für die ausgeführten Arbeiten:

Antikschreinerei
Auspuffzenter und Pneuhaus
Autocarrossier
Autoelektriker
Autogarage
Autoklima
Autosattlerei




 

Rolls-Royce Corniche Convertible 1984

Chassis- Nr. SCA ZD4 2AO ECX 07749. 8 Zylinder in V-Form, Zylinderreihen im 90-Grad-Winkel; Leichtmetall-Motorblock, Bohrung x Hub 104,14 mm x 99,06 mm, Hubraum 6.750 ccm; Leichtmetall-Zylinderköpfe; Bosch-Einspritzanlage KE-Jetronic; geregelter Dreiwege- Katalysator; Hinterradantrieb; 3-Gang-Automatik GM 400; rundum Einzelradaufhängung mit Schraubenfedern; hydropneumatische Niveauregulierung hinten; rundum Scheibenbremsen (vorne innenbelüftet); Radstand 3.061 mm, Spurweite hinten 1.540 mm); Reifen 235/70VR15;Leistung ca. 220PS; Leergewicht 2300kg; Verbrauch ca. 20l Bleifreibenzin 95 auf 100km; Tankinhalt 108 Liter. Vier Sitzplätze, elektrohydraulische Verdeckbetätigung.

Bilder- Galerie

Eine besondere Begegnung

Am Karfreitag, 22. April 2011

trafen sich auf dem Glaubenberg zwei Fahrzeuge, die autotechnisch gegensätzlicher fast nicht mehr sein können. Nicht nur, dass das Eine sehr dunkel und das Andere sehr hell ist; der "Tesla Roadster" tritt gegenüber dem sehr konservativen "Rolls-Royce Corniche Convertible" als sehr sportliches Fahrzeug und mit modernster Antriebstechnik ausgerüstetes auf. Die Antriebsleistung des Tesla steht mit 290 PS deutlich über derjenigen von 220 PS beim Rolls-Royce. Die beiden Wagengewichte differenzieren sich um den Faktor zwei und während der mit Benzinmotor ausgerüstete Rolls- Royce vom benötigten Treibstoff gegen die 20 Liter auf 100km verbrennt, begnügt sich der Tesla mit seinen knapp 7000 (!) Laptopbatterien umgerechnet mit einem Liter auf dieselbe Strecke. Auch das Beschleunigungsvermögen des kalifornischen Elektroflitzers zeigt sich mit um das Vierfache im Vergleich zum edlen Engländer deutlich überlegen. Einzig bei der Reichweite kann der Rolls-Royce etwas punkten: Während dem Tesla bereits vor 400 Kilometer Fahrt der elektrische Saft auszugehen droht, kommt der Rolls um etwa 25% dieser Strecke weiter. Dann kann der gut 100 Liter fassende Tank an den vielen zur Verfügung stehenden Tankstellen in ein paar Minuten wiederum gefüllt werden. Für das Prozedere des "Tankens" benötigt es beim Tesla neben einer speziellen Ladestation - die meist in der heimischen Garage steht - zusätzlich gute drei Stunden Zeit. Während eine Tankfüllung beim Rolls-Roace aktuell um die 180 Franken kostet, begnügt sich der Tesla für eine Vollladung der Batterien mit rund 10 Franken.

Für den Heimwerker

Ueli Gubler / PIXELIO

Da es sicher während dem vorgesehenen, langjährigen Einsatz das eine oder andere Problemchen geben wird: Rolls-Royce- und Bentley- Forum und für die notwendige Ersatz- und Verschleissteileversorgung: Heavens Gate Garage Erbrecht oder Introcar und da wäre noch das Rolls_Roce_Wiki (Illustration: www.pixelio.de)

 

Links

Ein Rolls-Royce Phantom entsteht

Ungeliebte Emily

Sind Sie schon einmal einem Rolls-Royce ohne das bekannte Maskottchen auf dem Kühlergrill thronend, der berühmtesten Kühlerfigur der Welt schlechthin, der "Spirit of Ecstasy" oder kurz – von den Einten abschätzend, von den Anderen liebevoll - "Emily" genannt, begegnet? Dieser Dame, mit wehendem Kleid im Fahrtwind auf dem tempelförmigen Kühler stehend (sehr selten auch kniend), fährt jeder Rolls-Royce- Fahrer unbeirrt hinterher.

In der Schweiz ist dieses Maskottchen - das ein sehr gutes Automobil erst zu einem Rolls-Royce macht - als "Gefährlicher Karosserieteil" eingestuft worden und wird bei einer MFK (Motorfahrzeugkontrolle - Analog dem Deutschen "TÜV") nicht akzeptiert. Auch ein 100 Jahre alter Rolls-Royce Silver-Ghost muss diesen wichtigen Bestandteil vom Kühlergrill entfernen. Neuere Rolls-Royce haben eine Vorrichtung, die bei kleinster Bewegung der Figur diese blitzschnell im Kühlergrill verschwinden lässt. Oder als letzter Schrei kann dies sogar vom Armaturenbrett aus per Knopfdruck ausgelöst werden. Letzteres eignet sich auch als wirkungsvolle und bequeme Diebstahlsicherung, da die liebe "Emily" als sehr begehrtes Objekt oft "plötzlich entfliegen" könnte.

 

Skizze vom Mascot Knob

Ich habe mir für das Kaschieren des hässlichen Loches, das die entfernte Figur im Kühlergrill hinterlässt, einen Knopf (Mascot Knob) aus rostfreiem Stahl gefertig. Natürlich können auch andere Materialen (Bronze, Aluminium, Messing, Silber, Gold etc.) je nach Geschmack und Budget, verwendet werden. Bei galvanisiertem Stahl zum Beispiel, kann auf das Zentralgewinde verzichtet werden, da der Mascot Knob mit einem Magneten heraus gezogen werden kann.

Mascotknob anstelle der "Spirit of Ecstasy"

Nun kann bei Bedarf mit Hilfe eines 3/16"- Inbusschlüssels die auf der Rückseite des Kühlergrills zugängige Befestigungsschraube um zwei Umgänge gelöst, die Kühlerfigur hinaus gezogen, dieser Knopf reingeschoben und anschliessend die Befestigungschraube wieder festgezogen werden. Für das Entfernen des Mascotknob muss als Erstes die Zentralschraube soweit herausgeschraubt werden, dass diese mit spitzen Fingern gepackt und nach dem Lösen der Befestigungsschraube das Ganze heraus gezogen werden kann.

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