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Stereoskopie

Stereoskopie

Fettgedruckte Wörter sind im weiter unten stehenden Stereoskopischen Glossar erklärt
Seit ich in jungen Jahren über einen ViewMaster (Siehe Illustration) verfügen durfte, war und bin ich von Stereobildern mit dem sich bietenden Raumgefühl fasziniert. Da neben vielen anderen Quellen auch die NASA stereoskopische Bilder im WWW zur Verfügung stellt und diese vielfach als Anaglyphenbilder anbietet, habe ich mir eine Anaglyphenbrille für das weit verbreitete Verfahren nach Gibson/ Dubois mit links einem roten und rechts einem cyanfarbigen Glas angeschafft. Diese kann z.B. hier (D) bestellt werden. Leider werden die Farben bei dieser Betrachtungstechnik flau. Unverfäschte Farben beim Stereobild ergeben sich nur durch ein direktes Betrachten der beiden Halbbilder. Dies kann mit speziellen Betrachtern oder ohne jedliche Hilfe mit dem sogenannten Kreuzblickverfahren geschehen.
Ich selber stelle ausschliesslich digitale Stereobilder in Anaglyphen-, Kreuzblick- und Parallelbildtechnik her.

 

Wegweiser

 

Erstellen von Stereobilder

Am einfachsten können 3D- Aufnahmen von ruhigen Objekten und ebensolcher Hand mittelst paralellem, seitlichem Verschieben der Kamera um den durchschnittlichen Augenabstand von etwa 65mm (Stereobasis) zwischen den beiden Bildern (Halbbilder) gemacht werden. Cha- Cha- Verfahren. Die Kamera muss dabei möglichst exakt horizontal verschoben, auf derselben Höhe gehalten und nicht verdreht werden.
Tipp 1: Zuerst das linke Bild mit der Kamera vor dem linken Auge und dann das rechte Bild mit der Kamera vor dem rechten Auge knipsen; dann ist der Augenabstand bereits gegeben.
Tipp 2: Das linke Halbbild

Bei der digitalen Bildbearbeitung ist es nachträglich möglich, die Halbbilder gegeneinander optimal auszurichten. Mit Stereo Photo Maker z.B. können diese unabhängig voneinander gezoomt, gedreht und auch bezüglich Gradation, Helligkeit, Kontrast und Farbintensität korrigiert werden.
Da sich heute in fast jedem Haushalt sowohl eine Digitalkamera wie auch PC mit Internetanschluss befinden, braucht es für die ersten 3D- Bilder keine weiteren Investitionen, wenn für das Betrachten der Kreuzblick angewendet wird.
Bequemer können die Halbbilder mit Hilfe eines Stereoschiebers erstellt werden. Diese auf einem Stativ befestigte Einrichtung erlaubt es, eine einzelne Kamera genau horizontal, unverdreht und mit konstanter Distanz um einen beliebigen Wert bis je nach Ausführung bis um die 100mm seitlich zu verschieben. Auch dieses Verfahren eignet sich nur für sich nicht bewegende Objekte.
Für sich bewegende Objekte bleibt nur der Weg über zwei auf einer Schiene genau ausgerichtete Kameras, die mit höchstmöglichster Gleichzeitigkeit ausgelöst werden können. Oder dann eine vollwertige Stereokamera, die es als kommerzionelle Ausführungen - auch digital - zu kaufen gibt.
Beim Betrachten eines Stereobildes bildet normalerweise die Papierfläche, die Leinwand oder der Bildschirm die sogenannte Scheinfensterebene. Man kann sich ein Stereobild wie einen Blick von einem dunklen Raum durch ein Fenster auf das Geschehnis vorstellen. Die nähesten Objekte (Nahpunkt) erscheinen gerade hinter diesem Scheinfenster. Es gibt Situationen, wo gewünscht wird, dass die nähesten Objekte in den "Beobachtungsraum" reichen. Das kann damit erreicht werden, wenn die Deckung der beiden Halbbilder bei weiter entfernten Objekten statt findet. Die Stellen, wo sich die beiden Halbbilder im Stereobild decken, scheinen sich auf der Scheinfensterebene zu befinden.

 

Das harmonische Stereobild

Damit über das gesamte Stereobild ein gleichmässiger Raumeffekt mit angenehmem Sehen, also ohne "Augenakrobatik" erreicht wird, müssen bei der Aufnahme ein paar Regeln beachtet werden. Vorbehalten sind bewusst provokative Effekte und Makroaufnahmen:
Mit möglicht grosser Tiefenschärfe (= kleine Blende) arbeiten.
Ein Blitzlichteinsatz kann infolge ungünstigen Schattenbildungen das Raumgefühl stören.
Das nächstliegende Objekt (Nahpunkt) muss mindestens um das Produkt von Brennweite (des Objektivs) und Stereobasis entfernt sein. Zum Beispiel bei einem 50mm- Objektiv und einer Stereobasis von 65mm: 50x65mm = 3250mm
Bei einem Normalobjektiv sollten die markanten Bildteile etwa im Bereich von 3 bis 30 Meter entfernt liegen.
Bei Landschaftsaufnahmen (weit entfernter Nahpunkt), muss für einen eindrücklichen Raumeffekt die Stereobasis vorteilhafterweise mehrere Meter betragen. Dabei Vorsicht walten lassen, damit nicht bei den Halbbildern etwas in den Vordergrund gerät.

Bearbeitung des Stereobildes

Stereo Photo Maker ist eine tolle Gratis- Software für die Bearbeitung der Rohbilder, der Erstellung eines Anaglyphenbildes oder Stereobildes mit zwei Halbbildern für das Betrachten mittelst Betrachter oder Kreuzblick. Dazu bietet dieses tolle Programm viele weitere Möglichkeiten. Zum Beispiel können aus Google Earth Stereobilder erstellt werden, die vor allem bei in vielen Städten vorhandenen 3D- Gebäuden eindrücklich sind. Landschaften wie der Grand Canyon bieten sich weiter für ein stereoskopisches Abenteuer an. Ein Muss für den digitalen Stereografisten.
Wenn notwendig werden als erstes die beiden Halbbilder nach dem Öffnen im Stereo Photo Maker farblich korrigiert und angepasst. Anschliessend müssen die beiden Halbbilder bei Aufnahmen mit einer Einzelkamera unbedingt ausgerichtet werden. Auch beim Einsatz mit einer Stereokamera wird dies bei Bildern mit nahem Nahpunkt unumgänglich sein.
Danach kann das Bild in das oder die gewünschte Stereobildformat(e) umgewandelt und gespeichert werden.
Tipp: Das Stereobild als nebeneinander liegende Halbbilder und nicht als Anaglyphenbild sichern und dabei im Dateinamen sinnvollerweise erwähnen , ob es sich dabei um ein Parallel- oder Kreuzblickstereobild handelt. Ein benötigtes Anaglyphenbild kann zusätzlich abgespeichert werden. So steht die "Rohfassung" jederzeit zur Verfügung. Beim Erstellen eines Anaglyphenbildes gehen Farbinformationen verloren und das Versenden von nebeneinander liegenden Halbbildern hat für den Empfänger den Vorteil - vorbehältlich entsprechende Software ist vorhanden - das für ihn am geeignetsten Stereobildformat anwenden zu können.

Stereobildbetrachtung

Stereobildbetrachtung
In der langen Entwicklungsgeschichte der Stereoskopie haben sich die Möglichkeiten für das fotografische Erzielen eines Raumeffektes stetig weiter entwickelt. Aber das Ziel ist stets dasselbe geblieben: Das linke und das rechte Bild getrennt dem vorgesehenen Auge zuführen. Dadurch kann unser Gehirn diese beiden Halbbilder zu einem Raumbbild verarbeiten.
Das Interesse an der Stereoskopie schwankte im Laufe der Jahrzehnte sehr stark und scheint momentan wiederum eine Renaissance zu erleben. Mit der Einführung des 3D- Systems von Fujifilm (Digitalkamera W1; Digitalbilderrahmen V1) befindet sich der momentane Entwicklungsschub sicher erst am Anfang. Weit verbreitet, sowohl bei Bild wie Film, ist die Anaglyphentechnik. Mit der Polarisations- und Shuttertechnik sowie anderen Systemen bestehen weitere 3D- Verfahren. Wünschenswertes Ziel ist das Erreichen eines Raumeffektes ohne Hilfsmittel für die Zuschauer. Die derzeitig (2010) erhältlichen Monitore und nächstens auf den Markt kommende TV- Geräte erreichen diese Vorgabe momentan nur in einem engen Blickwinkel und sind für ein grösseres Publikum nicht geeignet.
Auch mit der schnellen Entwicklung der digitalen wird die analoge Stereoskopie bis auf Weiteres einen Stellenwert behalten. Abzusehen ist eine Verbindung beider Technologien, in dem das Digital- Stereobild oft als Stereobildkarte ausgedruckt wird. Dieses kann dann als Kreuzblick- Stereobild ohne Hilfsmittel oder als Parallelblick- Stereobild sowohl ohne wie auch komfortabel mit einem entsprechenden Stereoskop betrachtet werden. Nur bei diesen Betrachtertechniken werden momentan die Bildinformationen unverfälscht wiedergegegben.
Analoge Stereobildbetrachter
Die Fülle an Stereoskopen (Raumbildbetrachter, 3D- Betrachter, Stereobildbetrachter, 3D- Viewer) die seit der bald zweihundertjährigen Geschichte der Fotografie konstruiert und angeboten worden sind, ist beträchtlich. Am häufigsten sind die für Stereobilder mit nebeneinander stehenden Parallel- Halbbildern vorgesehenen Hand-, Taschen- und Tischstereoskope anzutreffen. Mit zwei im Augenabstand befindlichen plankonvexen Lupen (Glas oder heute auch Kunststoff) mit 1,5- bis 2- facher Vergrösserung sind diese Stereoskope günstig herzustellen. Daneben gab und gibt es etliche Spezialkonstruktionen wie z.B. für übereinanderliegende, einseitig gespiegelte oder übergrosse Stereobildkarten. Für grössere Stereobildkarten im kommerziellen Bereich (Topografie, Medizin, Kriminalistik) werden teure Prismen- und Spiegelstereoskope (z.B. ZEISS Aerotopo) in Tischausführungen eingesetzt.
Kartengrösse von Stereofotos
Weit verbreitet sind die zur Unterhaltung vorgesehenen Stereobildkarten mit zwei Halbbildern zu 6x6cm. Die beiden seitenrichtig nebeneinander liegenden Halbbilder ergeben zusammen mit einer kleinen Trennungslücke den „Normaugenabstand“ (Halbbildmitte zu Halbbildmitte) von 65mm. Mit zusätzlichen, beschriftbaren Rändern ergibt sich eine sinnvolle Stereobildkartengrösse von 12,7cm Breite und um 7,5-10cm Höhe (5x3-4"). Jeder Hersteller hat aber seine Freiheiten ausgenutzt, so dass vor allem bei den Handgeräten infolge verschieden grosser Ränder nicht jede Stereobildkarte in jeden Betrachter passt; vor allem bezüglich Breite. Stereoskope (Prismen- oder Spiegelstereoskope) in Taschen-, Tisch- und "Nasen"- ausführungen(Brillen) sind bezüglich Kartengrösse deutlich flexibler oder gar unbegrenzt.
Meine eingesetzten Stereoskope:
LOREO Deluxe 3D- Viewer mit Prismenlinsen für (parallele) Stereobildkarten 15x10cm (6x4")
OWL Stereoscopic Viewer; sehr universell; Zum Betrachten von Parallelstereobildern in Büchern sowie Stereobildkarten mit 178x94cm (7x3,7") Grösse.
PENTAX 3-D Iamge Viewer
Augenabstand 75mm; faltbar; geeignet zum Versenden zusammen mit eigenen Stereobildkarten an Interessierte
ZEISS Aerotopo Brückenstereoskop
Profi- Stereoskop mit wechselbaren Okularen und Prismenvorsätzen; breiter Einsatzbereich
Vorlage [10 KB] für den Ausdruck von Stereokarten für den LOREO- Betrachter

 

Betrachten mit Kreuzblick

Dieses auch Konvergenzverfahren genannte Stereoblickverfahren benötigt ausser einem Stereobild mit den beiden nebeneinanderliegenden - und weil über Kreuz betrachtet wird - vertauschten Halbildern ein gesundes Augenpaar und die Fähigkeit zu schielen. Im Gegensatz zu Parallelstereobilder ist der Augenabstand nicht so eng begrenzt, da die Augen von Natur aus eingerichtet sind, sehr stark schielen zu können was bei einem Betrachten eines sehr nahen Gegenstandes unausweichlich wird. Die Augen aber über die Parallelität zu divergieren ist unnatürlich und nur eigentlichen "Augenakrobaten" - wie Marty Feldmann - vorbehalten.
Tutorial für Anfänger im Kreuzblickverfahren für das obige Beispiel Wintergarten :
- Die beiden Einzelbilder, die sich nebeneinander (das Linke rechts und das Rechte links) befinden müssen, im ungefähren Abstand der vierfachen Einzelbilddiagonale betrachten.
- Für das Angewöhnen ist ein Bleistift hilfreich, der senkrecht so gehalten wird, dass sich dessen Spitze knapp vor der Bildebene (Bild, Bildschirm) zwischen den beiden Einzelbildern auf halber Höhe befindet.
- Während nun die Bleistiftspitze mit beiden Augen angepeilt wird, das senkrecht stehende Bleistift langsam gegen die eigenen Augen führen, so dass sich diese stets zwischen und auf halber Höhe des Bilderpaares befindet. Dabei immer die Bleistiftspitze fokussieren.
- Die beiden Bilder im Hintergrund werden dadurch immer unschärfer und plötzlich entsteht zwischen den beiden bestehenden ein drittes (auch unscharfes) Bild. Dies ist das Raumbild.
- Nach einiger Übung wird es gelingen (nach der Entfernung des Bleistiftes) auf dieses Raumbild zu fokussieren. Es braucht sicher ein paar Versuche bis dies gelingt. Übrigens ist dieses Verfahren total unschädlich für die Augen. Wichtig ist, dass auf die Distanz die beiden Halbbilder auch scharf gesehen werden können. Also notwendige Lesebrille aufsetzen! Beherrscht man einmal dieses Kreuzblickverfahren ohne Zuhilfenahme des Bleistifts, geschieht das Einstellen der Augen gleichermassen rasch und gewohnt, wie es beim Lesen eines Buches auch notwendig ist. Die "Belastung" der "Augenapparatur" wird damit gleichermassen belastet wie beim Lesen eines Buches.

 

Anaglyphenbilder

Bei dieser Technik werden die beiden farbigen Halbbilder farblich reduziert. Heute weit verbreitet ist das rot/cyan- System. Dabei wird das linke Halbbild auf den Rotkanal reduziert, also Blau- und Grünanteil auf Null gezogen. Beim rechten Halbbild wird der Rotanteil eliminiert. Die beiden Halbbilder werden jetzt entsprechend ausgerichtet übereinander gelegt. Mit der geeigneten Filterbrille mit links einem roten und rechts einem cyanigem Glas werden dem linken Auge das rote Halbbild und dem rechten Auge das cyanige Halbbild zugeführt. Das Gehirn verarbeitet diese Daten zu einem bezüglich Farbe etwas flauh wirkenden Stereobild.
Leider bestehen für Anaglyphenbilder und -filme die verschiedensten Systeme. Ursprünglich wurde bei Scharzweissbildern das Verfahren mit rot/grün und parallel dazu auch Rot/Blau (Blaufilter waren damals günstiger herstellbar) verwendet. Um die Vielfalt noch zu erhöhen, wurde Rot mal rechts und mal links eingesetzt. Die neuere Entwicklung, vor allem für Farbbilder, war das "Deep- Vision" nach Gibson, das anstelle von Grün bzw. Blau Cyan verwendet. Mit "Color Code" hat die gleichnamige, dänische Firma ein Verfahren mit links Gelb-Orange und rechts Blau eingeführt. Aus England kommt das "Trio Scopis" mit links Grün und rechts Magenda.
Im WWW sind die Anaglyphenbilder mit links Rot und rechts Cyan am verbreitetsten. Aber auch hier gibt es Versionen für das rote Filterglas rechts. Wenn sich also der Raumeffekt nicht einstellt oder sonstwie "komisch" wirkt, dann mal die Brille verkehrt herum aufsetzen.

 

Probleme bei Anaglyphen

Falls sich Schwierigkeiten mit dem Erkennen des Raumeffektes bei Anaglyphen ergeben, gilt es Folgendes zu kontrollieren:
- Sind die Farben vertauscht? Brille veruchsweise verkehrt herum vor die Augen halten.
- Sind Bildschirm bzw. Foto farblich in Ordnung? Werden z.b. Rot und Cyan wirklich als diese Farben wiedergegeben?
- Blockt das Cyanglas das Rot genügend ab? Rot muss durch das Cyanglas dunkelgrau erscheinen. Leider sind etliche Brillen im Handel, die dieses Kriterium nicht erfüllen und cyanseitig noch einen Teil Rot durchschimmern lassen . Dasselbe gilt auch bei den anderen Anaglyphen- Systemen. Blau muss das Gelb abblocken, Gelb das Blau usw.
- Leiden Ihre Augen an einem Farbfehler?
- Und dann gibt es Mitmenschen, denen leider die Fähigkeiten eines räumlichen Sehens generell fehlen.
Sogenannte Geisterbilder sind bei der Anaglyphentechnik leider nicht auszuschliessen. Vor allem bei einer grossen Diskrepanz von Nah- und Fernpunkt besteht diese Gefahr.

Erstellen einer Anaglyphe

Linkes und rechtes Bild werden im Stereo Photo Maker geöffnet Mit dem Stereo Photo Maker können die Bilder ausgerichtet, angepasst und schliesslich zu einer Anaglyphe zusammengefasst werden Gebrauchsfertige Anaglyphe, die nun mit einer entsprechenden Rot/Cyan- Brille als 3D- Bild betrachtet werden kann.

Mit Hilfe des Stereo Photo Makers können alle digital vorhandenen Kreuzblick- oder Parallelblickstereofotos zu einem Anaglyphenbild umgewandelt werden. Nur daran denken, bei Kreuzblickstereofotos die beiden Halbbilder zu vertauschen.

Raumbilder von der NASA

Marslandschaft Sonne im H- alpha- Licht Felsformation auf dem Mars Mondkrater "Messier" Asteroid Steins (Rosetta- Mission) Mondfahrzeug mit LEM im Hintergrund

Galerie eigener 3D- Werke

In der obersten Zeile sind die Kreuzblickstereobilder und der untersten die entsprechenden Anaglyphenbilder, die zum Betrachten eine Anaglyphenbrille mit links einem roten und rechts einem cyanigen Glas benötigen. Alle Bilder sind freihändig (Cha- Cha- Verfahren) mit einer Leica C-Lux im Automatik- Modus geschossen und mit dem Stereo Photo Maker bearbeitet worden.

Die allererste Stereofoto. Vom Laptoparbeitsplatz am Esstisch in Richtung Fernseh- Sitzgruppe. Nicht perfekt aber das Raumgefühl zeigt sich deutlich. Das ist übrigens auch bisher die einzige Stereoaufnahme, wo der eingebaute Blitz eingesetzt worden ist.. Die bei beiden Bildern nicht konforme Schattenbildung erzeugt leider Artefakte. Blick durch das Fenster auf den hinteren Gartenbereich mit Waldrand, Gartenhäuschen und Sternwartenabdeckung Unser Gartenzweg fühlt sich offensichtlich trotz sommerlichem Look bei Schnee und Kälte wohl. Haben Sie Ihre Frau auch in Bronze? Beachten Sie links den gelben Ordner, das Treppengeländer, vorne der Steckdosenschutz oder den Uhrensockel oben rechts, die alle eindeutig "Im Raum" stehen. Hier habe ich infolge der Objektnähe nur etwa um 2cm seitlich verschoben. Blick vom Loberg (Namensgeber meiner Privatsternwarte) ins neblige und verschneite Schweizerische Mittelland. Und nochmals der Wintergarten (siehe oben) aber aus der entgegengesetzten Richtung.

Das besondere Stereobild

Deep Impact auf dem Mond ist rein virtuell entstanden. Es sind keine eigentlichen astronomischen Aufnahmen verwendet worden, sondern zwei aus einem Mondatlas mit verschiedener Librationsstellungen. Um den Raumeffekt zu verstärken ist ein Asteroid aus einem 3-D-NASA- Bild verkleinert und "vorne" im Bild eingefügt worden.

Stereoskopische Videos

Genau die gleichen Vorgehensweisen wie oben beschrieben kann auch bei Videos angegangen werden. Hierzu ist von derselben Quelle wie der Stereo Photo Maker auch der Stereo Movie Maker erhältlich. Bedienungsmaske und Aufbau sind sehr ähnlich und eigentlich selbst erklärend. Leider steht der Stereo Movie Maker nur in Englisch zur Verfügung. Mein erstes Movie mit der W1 von Fuji:

Gesenkschmieden eines ca. 25kg schweren Rotationsteiles aus Stahl. Die Erhitzung erfolgt in einem erdgasbeheizten Stossofen. Zuerst wird unter einem Luftfederhammer Bêché L9 mit einem Bärgewicht von 750kg der auf 1100°C erhitzte Abschnitt gerundet und zu einer Scheibe gestaucht. Anschliessend erfolgt das Gesenkschmieden unter dem elektrohydraulisch angetriebenen Lasco Gesenkschmiedenhammer mit einem Bärgewicht von knapp 10 Tonnen. Dies erzeugt einen Endauschmiededruck von rund 20'000 Tonnen! Zuletzt erfolgt das Abgraten des überschüssigen Materials und Lochen auf einer hydraulischen Presse mit einer Presskraft von 400 Tonnen. Übrigens das "Pulver" das beim Gesenkschmieden auf den Rohling geworfen wird ist Sägemehl. Dies verhindert ein Festsitzen des Rohlings im Gesenk und bläst wärend dem Schlag den Zunder weg.

Mein stereoskopisches Equipment

LEICA V-Lux "Echte" Stereo- Digitalkamera FUJI Finepix Real 3D W1 Stereoschieber für den Einsatz mit einer Kamera PC mit Software für Kamera, Bildbearbeitung und Vorführung

Meine eingesetzte Software

Stereo Photo Maker (Deutsch)
Stereo Movie Maker (Englisch)
mcjpg30.zip [47 KB] (Plugin für mjpg- Dateien; z.B. Fuji Finepix Real 3D W1)
Stereo Slide Show (Englisch)
Stereo Photo Viewer- Applet (Einbinden eines Stereo- Betrachters in die Webseite; Englisch)
Stereoscopic Player von Peter Wimmer. In der Feeware- Version können 3-D- Filme bis 5 Minuten abgespielt werden. Längere Filme sind nur mit der Shareware möglich.

Meine Stereoskopische Literatur:

Gerhard Kuhn: Stereofotografie und...

Stereo, 3-D, Raumklang sind Begriffe, die jedem geläufig sind. In der Unterhaltungselektronik verbindet man damit die höchste Wiedergabequalität von Tönen, das HiFi. Doch kaum jemand weiß, dass Stereofotografie und Raumbildprojektion die HiFi-Technik der Fotografie und für jeden Fotoamateur und Fotoprofi leicht nachvollziehbar ist. Was der Diafotograf tun und beachten muss, um eine Diaprojektion mit höchster Wiedergabetreue zum 3-D-Erlebnis für die Zuschauer werden zu lassen, beschreibt der Naturwissenschaftler Dr. Kuhn ausführlich und leicht verständlich. Das Buch liegt nun in der zweiten, um einige Themen erweiterten und völlig neu gestalteten Auflage vor. Mit vielen praktischen Ratschlägen und verblüffend einfachen Lösungen wendet sich der Autor an die Selbermacher, gibt aber auch viele Hinweise für den Fotografen, der eine fertig montierte Ausrüstung für Aufnahme und Projektion anschaffen will. Mehr Raum wurde der digitalen Fotografie und 3-D-Bildern auf dem Monitor eingeräumt. Rund 200 Abbildungen, Fotos in Farbe und Schwarzweiß sowie anschauliche Zeichnungen, geleiten Sie in ein faszinierendes Hobby und zu einem neuen visuellen Erlebnis. Besonderer Wert wurde darauf gelegt, die Verbindung zwischen dem menschlichen Gesichtssinn und den Möglichkeiten und Grenzen der Stereofotografie auch in der Theorie verständlich darzustellen. Wie man den "Stereoblick" lernt, eine Methode, die 3-D-Abbildungen des Buches ohne optische Hilfsmittel räumlich zu sehen, wird eingehend erläutert und macht dem Leser Spaß. Das Buch ist ein Führer in die Stereofotografie, geeignet sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Praktiker, und ebenso für den Leser, der wissen will, wie stark und warum man die 3. Dimension eines Raumbildes sehen kann. Anmerkung ursusmajor: Über die Eignung dieses Stereobildes als Titelbild lässt sich streiten.....

Glossar

Anaglyphenbild: Stereobild, das durch das Übereinanderlegen der beiden in verschieden monochromen Farben (Komplementärfarben) vorhandenen Halbbilder erzeugt wird. Benötigt zum Betrachten eine entsprechende Anaglyphenbrille.
Anaglyphenbrille: Ist für das Betrachten von Anaglyphenbilder mit - je nach Verfahren - verschiedenen Farbfiltern bestückt; z.B. rot/cyan
Cha- Cha- Verfahren: Synonym für Stereobild- Aufnahmen die durch seitliches Verschieben einer einzelnen Kamera - freihändig oder mittelst Stereoschieber - entstehen. Ursprünglich wurde dies durch eine abwechselnde Belastung des linken und rechten Beines bewerkstelligt. Ähnlich einem Cha-Cha-Cha- Tanzschritt. Im Gegensatz zur digitale ist bei der analogen Stereobildtechnik eine Verdrehung oder Höhenverschiebung der Kamera zwischen den Bildern nur aufwändig zu korrigieren. Diese Gefahr sollte dieser "Tanzschritt" möglichst verringern.
Digitale Stereobilder: Ausschliesslich mit Digitalkameras und geigneter Software erstellt
Fernpunkt: Entferntestes Objekt im Raumbild
Fernpunktabstand: Abstand zweier identischer Punkte auf den Halbbildern im Fernpunkt
Fernpunktweite: Distanz von der Kamera zum entferntesten Objekt
Halbbild: Rechtes bzw. linkes Einzelbild des Stereobildes
Kreuzblick: Konvergenzverfahren; Betrachtungsverfahren für seitenververkehrt nebeneinanderliegenden Halbbildern.
Nahpunkt: Das sich am nächsten befindliche Objekt des Raumbildes
Nahpunktabstand: Abstand zweier identischer Punkte auf den Halbbildern im Fernpunkt
Nahpunktweite: Distanz von der Kamera zum nähesten Objekt
Parallelblick: Konvergenzverfahren für das Betrachten von seitenrichtig nebeneinander liegenden Halbbildern, deren Mittelpunkte maximal um den Augenabstand entfernt sein dürfen
Raumgefühl/ Raumeffekt: Zusätzlich zum Erkennen von Breiten und Höhen auch das Erkennen von Tiefe
Raumbild: Stereobild; Bild mit Tiefenwirkung
Rohbilder: Linkes und rechtes Bild aus einer Kamera, die nachträglich meist noch mit geeigneter Software bearbeitet, optimiert werden können
Scheinfenster: Scheinbares Fenster mit Blick zum Raumbild
Scheinfensterebene: Ebene von Leinwand, Papier, Bildschirm. Meist befindet sich das Raumbild hinter diesem Scheinfenster
Scheinfensterweite: Distanz von der Kamera zum Scheinfenster
Stereobasis: Abstand der beiden Optiken für das linke und rechte Bild; meist der Augenabstand.
Stereobild: Bild, das bei dem sich mit Betrachten von geeigneten Verfahren / Hilfsmittel ein Raumgefühl einstellt
Stereokamera: Für das gleichzeitige Fotografieren optimierte, zweilinsige Kamera. Die beiden Optiken befinden sich im ungefähren Augenabstand voneinander
Stereobildkarte: Kartonkarte mit den beiden - meist lagerichtigen - Halbbildern für Stereobetrachter
Stereoschieber: Vorrichtung - meist für ein Fotostativ - mit Hilfe derer eine Kamera präzise seitlich verschoben werden kann
Stereoskop: Optischer Betrachter für meist gedruckte, anaolge Stereobilder

Interessante Links

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