ursusmajor

Beobachtungsberichte

Wegweiser

 

Sonntag, 16. Juli 2017

Schon lange war mit Grossvater Frederic v. W. eine kleine Session für seine 12 Jahre alte Enkeltochter Lena angeplant. Wetter und persönliche Termine liessen mehrere Wochen verstreichen, bis es endlich für den heutigen Sonntag passte. Leider waren von den klassischen, für Anfänger eindrückliche Objekte, wie Mond, Jupiter und Saturn nur letzterer Am Himmel präsent.
Gegen 22 Uhr trafen Lena sowie Vater und Grossvater ein und ich liess nach kurzer Instruktion von Teleskop (Fokussierung) und Telradfinder (Konzentrische Kreise) Lena Saturn ins Gesichtsfeld des 21mm Ethos Okular bringen. Mit einer Vergrösserung von knapp 110-fach bestaunten wir die sehr weit geöffneten Ringe. Die Cassini- Teilung war allerhöchstens erahnbar. Nachdem die ganze Runde sich satt gesehen hatte wechselte ich zum 13mm- Ethos. Mit nun 1670-facher Vergrösserung machte sich die Luftunruhe störend bemerkbar. Zwischendurch war aber die Cassini- Teilung eindeutig erkennbar. Leider nur von mir. Meist ist nur erkennbar, wenn man weiss oder kennt, was es zu sehen gibt. Das tat aber meinen Gästen keinen Abbruch. Ich wechselte wieder zum 21-mm- Okular zurück und brachte ein paar der vielen um Saturn befindlichen Sternhaufen ins Bild. Der Himmel war aber immer noch zu sehr aufgehellt, um die schwach leuchtenden Kugelsternhaufen eindrücklich zu erkennen.
Lena spielte noch etwas mit dem Teleskop herum und das aufgeweckte Mädchen fand auch heraus, dass die Sterne verschiedene Farben zeigen. Ein nahes Sternenpaar zeigte sich wie Albireo mit einem rötlichen und bläulichen Stern.
Wir diskutierten über die Distanzen im Weltall, eventuell vorhandenen Zivilisationen und Lena belehrte ihren Vater und Grossvater über viele Details der Astronomie. Lena hat sehr gut aufgepasst in denAstronomiestunden ihrer Schule.
Es wurde weit nach Mitternacht, bis wir uns verabschiedeten. Es ist immer wieder eine dankbare Sache, wenn man interessierten Mitmenschen die Sterne näher bringen darf.

 

Samstag, 25. Juli 2015

Seit zwei Tagen bin ich stolzer Besitzer eines Swarovski ATX 30-70 x 95. Dieses Spektiv ersetzt mein als Fehlkauf abgebuchtes Grossfernglas mit ähnlichen optischen Daten. Während das Grossfernglas von diversen Händler grossmundig als "technisch hochstehendes Semi- APO instrument" beworben wird, entspricht im Gegensatz das Swarovski diesen Behauptungen, übertrifft diese sogar

Der halbvolle Mond steht etwa 8° westlich von Saturn und ich richte bei kleinster Vergrösserung (30- fach) das "Schrotflintenvisier" des Spektivs auf dieses helle Objekt. Dieses befindet sich problemlos innerhalb des Gesichtsfeldes und wird fokussiert. Obwohl nur knappe 100mm Öffnung, sammelt das Spektiv eine Menge an Licht und entsprechend blendend ist das Bild. Das rechte Auge gewöhnt sich aber sehr rasch daran und ein Graufilter ist nicht notwendig. Es gäbe die Möglichkeit, das Objektiv mittels Graufilters abzudämmen (M97 x 0.75). Ich schraube auf die maximale Vergrösserung (70- fach) und bringe unseren halbierten Trabanten in den Fokus. Der Monddurchmesser füllt ungefähr die Hälfte des Gesichtsfeldes aus. Damit ist eine ruhige Beobachtung auch ohne Nachführungsmotor problemlos möglich. Ab und zu benötigt es einen kleinen Schubs, um den Mond wieder in die Mitte des Gesichtsfeldes zu rücken. Obwohl eine mässige Luftunruhe vorhanden ist, zeigen sich eindrückliche Details auf der rechten Mondhälfte. Phantastisch, wie sich die Kraterlandschaft - prägnant in der Terminatorgegend - unseres Mondes in eindrücklichem Kontrast zeigt. Beim Krater Theophilus (wie auch bei vielen weiteren) ist die in der Mitte des Kraters befindliche Erhöhung deutlich zu erkennen. Um das Mare Crisium sind sehr viele Details zu erkennen. Auch im Bereich des Terminators sind die Fülle an Details beträchtlich. Mir gefällt besonders beim Krater Clavius der fünf bogenförmig aufgereihte, immer kleiner werdende Krater umringt. Kontrast- und detailreich zeichnen sich die bogenförmig angeordneten Gebiergsketten zwischen den beiden Krater Eratosthenes und Plato. Appenin, Kaukasus und Alpen gibt es auch auf dem Mond. Weitere faszinierende Krater wie Plato mit seiner auffälligen, dunklen Füllung oder Copernicus mit seinem terrassenförmigen Kraterrand und diversen Bergspitzen in seiner Mitte zeigen die guten optischen Eigenschaften dieses Spektivs. Natürlich kann das kleine, kompakte Gerät nicht annähernd mit den Auflösungsmöglichkeiten des Lichtenkneckers HA 150/f15 mithalten. Trotzdem macht es Spass mit diesem handlichen Gerät die Mondoberfläche zu erkunden. Je länger ich diese betrachte, desto mehr Details erkenne ich. In der kommenden Nacht wäre wieder der "Goldene Henkel" zu erkennen. Leider ist schlechtes Wetter vorhergesagt.

Der Mond verschwindet langsam hinter dem Hausdach und ich visiere gespannt Saturn an. Auch dieser findet sich mit der einfachen Zielhilfe problemlos im Gesichtsfeld. Bereits bei der kleinsten Vergrösserung erkenne ich andeutungsweise seinen Ring. Weitere Details sind nicht erkennbar. Zudem macht sich die herrschende Luftunruhe negativ bemerkbar. Nach dem Hochschrauben zur Maximalvergrösserung und der Nachfokussierung zeigt sich zwar ein kleines aber doch schon mit Details versehenes Saturnsystem. Der Ring ist problemlos erkennbar und zwischendurch auch andeutungsweise die Cassini- Teilung. Zumindest erahnen lassen sich Schattenwürfe des Planeten auf das Ringssystem. Etwas östlich des Planeten, etwa in der Distanz des halben Gesichtsfeldes, ist ein schwach leuchtender Punkt zu erkennen. Saturns grösster Mond Titan ! Ein weiterer, deutlich schwächerer, kaum erkennbarer "Punkt", findet sich etwa drei mal näher, auch östlich, beim Planeten. Ob es sich um einen weiteren Saturnmond oder einen Hintergrundstern handelt kann ich nicht zuordnen. Weitere "Punkte" sind keine erkennbar. Das Licht des nahen Mondes erhellt den Himmelhintergrund merklich.

Nun verschwindet auch Saturn hinter dem Hausdach und ich klappe das Stativ zusammen und begebe mich zu Bett.

 

Freitag, 20. März 2015; Partielle Sonnenfinsternis

Der heutige 12. Hochzeitstag wird mit einer partiellen Sonnenfinsternis untermalt. Es ist die dritte hier im Emmental, an die ich eine fotografische Erinnerung habe.(1999, 2006, 2015). Mit einem Deckungsgrad von 75% ist es neben derjenigen von 1999 (0,95%) die am nächsten einer Totalen liegende. Dazu ist im Vergleich zu den beiden Vorgänger- Sonnenfinsternisse das Wetter heute super-prächtig.

Es haben sich vier Leute für einen Besuch in meiner Sternwarte angemeldet. Neben meiner Schwester Fränzi, meinem Kollegen Bernhard stossen neben meiner Frau Eliane und meiner Tochter Romina mit Felix und Andreas auch zwei professionelle Fotografen zu uns. Felix und Andreas treffen bereits kurz nach acht Uhr mit zwei grossen Säcken Gipfeli und Mütschlis ein. Zusammen mit Kaffee werden diese dem natürlichen, weiteren Weg zugeführt und nach interessanten Diskussionen begeben wir uns gegen 9.15 Uhr zur Sternwarte und bereiten diese für das anstehende Ereignis vor.

Etwas Mühe bereitet es uns, die Digitalkameras der beiden Profis in den Fokus beim Lichtenknecker HA150/f9 zu bekommen. Der für Weisslicht- Aufnahmen der Sonne verwendete Herschelkeil verlängert den Lichtweg des Teleskops so weit, dass der Fokus nicht mehr erreicht werden kann. Mit Hilfe einer 2-fach-Barlowlinse kann schliesslich der Fokus doch erreicht werden. Leider vergrössert dieser die Brennweite auf ansehnliche 4500mm. Auch mit dem Vollformat-Sensor der Profikameras findet dehalb nur ein Ausschnitt des Spektakels auf diesem Platz. Genau rechtzeitig ist es möglich, kurz vor 9.30 Uhr die erste Berührung des Mondrandes am Sonnenrand zu erkennen. Parallel zum Lichtenknecker für die Weisslichtbeobachtung ist der parallel zu diesem Refraktor montierte Meade ED102/f9 mit einem Conorado Solarmax 60 bestückt worden. Damit ist die Sonne im H-alpha-Licht (Roter Farbbereich) beobachtbar. Dieser sehr schmalbandige Filter ermöglicht das Erkennen von Details auf der Sonnenoberfläche (Granulation und Flares) wie auch Protuberanzen am Sonnenrand. Leider muss auch hier eine Barlowlinse zum Erreichen des Fokus eingesetzt werden. Immerhin ergeben sich damit bei diesem kleinen Refraktor „nur“ knappe 2000mm Brennweite. So ist zum Vergleich zum Lichtenknecker mindestens ein gut doppelt so grosser Sonnenausschnitt auf den Sensoren zu erkennen. Für die nun eintreffenden weiteren Gäste stellen wir für eine visuelle Beobachtung das Conorado PST auf einem Fotostativ auf und langsam wird es eng um die drei Teleskope.

Zwischenzeitlich schiebt sich der Mond immer weiter vor die Sonnenscheibe. Mit einem kleinen Filmchen [35 450 KB] gelingt es mir festzuhalten, wie sich der infolge der Mondkratern unregelmässige Mondrand gegen den einzigen Sonnenflecken „2303“ bewegt und diesen schliesslich bedeckt. Mit der Webcam TIS DFK am mit dem H-alpha-Filter bestückten Meade gelingt es mir nach der Maximalabdeckung auf beiden Seiten der nun wieder kleiner werdenden Mondabschattung zwei Protuberanzen einzufangen. Die Bilder und das Filmchen sind hier zu finden.

Interessant ist auch der von der bei der Sternwarte befindlichen Wetterstation aufgezeichnete Temperaturverlauf: Um 09.30 Uhr (erster Berührungspunkt) beträgt die Lufttemperatur 6°C, steigt bis 10 Uhr auf 8°C und sinkt gegen 10.30 Uhr (maximale Bedeckung mit 75%) wiederum auf 6°C um dann langsam wieder anzusteigen: Um 11 Uhr 7°C, um 11.30 Uhr 10°C und um 12 Uhr 12°C. Leider zeichnet die Wetterstation nur alle halbe Stunde in ganzen Graden auf. Aber die Auswirkungen der Sonnenfinsternis auf die Temperatur sind trotzdem klar ersichtlich.

 

Dienstag, 23. Dezember 2014

Der grosse Orionnebel; M42

am 18. November 2006. Aufgenommen mit der CANON EOS 350D fokal am Meade ED 127/f9. Einzelbild als JPG geschoessen. Belichtung 15 Minuetn bei ISO 400. Bearbeitet mit Astroart 3.0.

Unsere sieben Jahre alte Enkeltochter Lenja ist bei uns für ein paar Tage zu Besuch. Seit Wochen erhoffe ich einen nebelfreien Nachthimmel, um endlich meinen vor neun Monaten angeschafften Spektrographen SQUES an einem Stern ausprobieren zu können. An diesem Abend könnte dies gelingen. Ich stelle also alles bereit und bin dabei, Mizar A mittels Telradfinder auf den Spalt des SQUES zu bringen. Da schaltet sich die neue Gartenbeleuchtung ein, weil sich offenbar eine unserer Katzen im Bereich des Bewegungsmelders aufhält. Damit ist der Nachthimmel verschwunden. Leider hat der Elektriker meinen Auftrag, einen „Mainswitch“ für diese Beleuchtung anzubringen nicht ausgeführt. Deshalb ist mein Ansinnen, heute wieder einmal eine spektroskopische Nacht durchzuführen, nicht möglich, da sich meine Sternwarte an derselben Sicherungseinheit wie diese Gartenbeleuchtung befindet.

Offenbar ist zwischenzeitlich Lenja auf mein Tun aufmerksam geworden und wird von ihrer Grossmutter warm eingepackt, mit einem Feldstecher versehen zu mir nach draussen geschickt.
Ich staune immer wieder über die kindliche Neugier und das Interesse an unbekannten Dingen seitens Lenja. Zuerst lasse ich sie mit dem Feldstecher die Plejaden aufsuchen und betrachten und anschliessend zeige ich ihr mit dem Laserpointer den grossen Orionnebel. Als sie endlich den grünen Strahl des Lasers im Feldstecher erkennt und diesem folgt, findet sie diesen Nebel. Ich erkläre ihr kurz was sie da sieht; dass sich dort neue Sonnen bilden.

Als ich ihr danach grob das Teleskop und den Zweck der Okulare erkläre habe und ein Stuhl unter das untere Ende des Teleskops hingestellt wird kann Lenja in das für sie sonst unerreichbar hoch befindliche Okular hinein blicken. Immer wieder werden wir von der sich einschaltenden Gartenbeleuchtung gestört. Es gelingt mir aber trotzdem, den Lichtenknecker auf den grossen Orionnebel (M42) zu richten und erkläre Lenja, was und wie sie es nun zu sehen bekommt. Der grünlich leuchtende Nebel ist trotz der zwischenzeitlich durch Blendung störenden Gartenbeleuchtung kontrastreich im 31mm- Nagler erkennbar (70-fache Vergrösserung). Lenja zeigt – wie auch vorher beim Fernglas - zuerst etwas Mühe, die Austrittspupille des Okulars auf ihr Auge auszurichten, schafft es aber dann doch. Ich erkläre ihr, dass sie nun etwas konzentriert auf dieses schummrige Etwas schauen müsse, um dann nach längerer Zeit Details erkennen zu können. Und tatsächlich erkennt sie schliesslich im schwach leuchtenden Nebel, dass da etwas Dunkles in den leuchtenden Teil des Nebels hinein ragt und sieht auch die vier Trapezsterne. Nachdem ich ihr die Handsteuerung der FS2 in die kleinen Händchen drücke, erkennt sie sofort, dass sich das Bild infolge der Überkopfabbildung des Refraktors entgegen der Anordnung der Knöpfe bewegt. Rasch hatte sie aber den Umgang damit gelernt und bewegt sich dann optisch über den Bereich des Orionnebels.

Leider sind in dieser Neumond- Nacht auch die beiden anderen Hauptschauspieler des Himmels - Saturn und Jupiter – erst gegen den frühen Morgen zu erreichen und nachdem ich Lenja anhand von Rigel „beweise“, dass ein Stern auch im Teleskop nur ein leuchtendes Pünktlein bleibt, brechen den heutigen Abend in der Sternwarte ab.

 

Schülerdemonstration, Montag, 18. Februar 2013

Mond im Dreieck mit Jupiter und Aldebaran

Links unten der rötliche Aldebaran und rechts Jupiter mit Monden.

Endlich hat das Wetter ein Einsehen und der seit längerem geplante Beobachtungsabend mit Schülern von der Primarschule Ersigen kann heute statt finden. Da trotz des schönen Wetters auf dem ursprünglich geplanten Loberg in Ersigen grosse Nebelgefahr besteht, wurde sicherheitshalber die auf knapp 900 müM liegende Lueg bei Burgdorf ausgewählt und die Lehrerein organsierte den Transport der knapp 20 Schüler mittels Elterntaxis.

Mein Sternfreund Adrien und ich machen uns frühzeitig auf den Weg, um beim Eintrudeln der Jungmannschaft die Teleskope bereit zu haben.

Während ich voll auf eine visuelle Beobachtung setze, stelle ich mein Meade ED102/f9 mit Okularrevolver auf der AYOdigi auf. Adrien setzt auf Hightech und kann so den Schülern den heutigen Stand der Technik bei der Amateurastronomie mit Nachführung und Zielanfahrung mittels PC demonstrieren.

Kurz nach 19 Uhr treffen Lehrerin, Schüler und Eltern ein und während Adrien seiner Hightechanlage den letzten Schliff beim Einrichten gibt, begrüsse ich die Schüler und zeige ihnen einen kurzen Einblick in das Wirken eines Hobbyastronomen. Als erstes kläre ich sie auf, dass ein Stern an und für sich uninteressant im Teleskop zu beobachten sei, da dieser immer nur ein Punkt sein wird. Man könne die Sterne aber nach ihrer Helligkeit und Farbe unterscheiden, erwähne auch die Mehrfachsysteme und die variablen Sterne. Interessant seien aber vorwiegend die Solaren Objekte wie Mond und Planeten und selten Kometen und die hellen Deepskyobjekte wie Nebel, Galaxien und Sternhaufen. Auch auf die meist im Teleskop enttäuschend erscheinenden schummrigen Fleckchen von aus Illustrierten so farbenprächtig in Erinnerung befindlichen Galaxien weise ich hin. Dann ein paar Worte zum Aufbau eines Teleskops mit Montierung und Stativ. Anschliessend demonstriere ich kurz das Auffinden von Objekten mittels Sternkarte und mache sie dann auf die heutige, besondere Konstellation von Mond, Jupiter und Aldebaran aufmerksam, die ein gelichschenkliges Dreieck bilden (siehe Illustration).

Adrien ist nun auch soweit und er nimmt Jupiter ins Teleskop während ich den Mond zeige. Viele haben sich gar nicht vorstellen können, dass man beim Mond diese Krater so gut sehen kann, bzw. die Wolkenbänder bei Jupiter. Die vier galileischen Monde sind auch problemlos im Feldstecher zu erkennen.Gegen den Schluss nehmen Adrien und ich noch den Orionnebel ins Okular und betrachten gemeinsam neben den Details im Nebel auch die Trapezsterne.

Nach einer knappen Stunde wird es den Schülern langsam kalt und der Heimweg wird angetreten. Auch Adrien und ich brechen kurz darauf ab und verräumen das Material in unsere Autos.

Schön, dass es vermehrt Lehrkräfte gibt, die ihren Schülern die Astronomie näher bringen möchten.

 

Sternstunde; Donnerstag, 14. Februar 2013

Auf Initiative und Anfrage seitens der Primarschule in Spiez darf ich an diesem Abend bei knapp 40 Schülern der 5. und 6. Klasse die Amateurastronomie näher bringen. Aufgrund der Anzahl der Schüler sind diese in zwei Gruppen eingeteilt und die erste Gruppe trifft pünktlich um 19.30 Uhr für die erste „Sternstunde“ ein. Leider will das Wetter (wieder einmal) nicht mitspielen und das von mir mitgebrachte Teleskop (Meade ED127/f9) bleibt zusammen mit der Montierung AYOdigi auf einem Berlebachstativ als Anschauungsobjekt in der Aula stehen. Mit den mitgebrachten Anschauungsmaterialien versuche ich das aufgezwungene Schlechtwetterprogramm mit den Powerpointpräsentationen etwas zu würzen. Die intensive Mitarbeit der Schüler mittels Fragen und Diskussionen zeigt mir, dass ein grosses Interesse an der Astronomie besteht und die Zeit eilt viel zu schnell vorbei.

Mit der ersten Präsentation "Der Amateurastronom" [16 707 KB] stelle ich die Hobbyastronomie mit Beweggründen, Ziel- Objekten, Geräten und Arbeiten am und um das Teleskop vor; muss aber infolge der knappen Zeit oberflächlich bleiben. Mit einer Trockenübung mit den unter der Anleitung der Lehrerin selbst gebastelten Sternkarten suchen wir gemeinsam den Planeten Jupiter, der sich zurzeit im Sternbild „Stier“ befindet: Bestimmen der nördlichen Himmelsrichtung über den „Grossen Wagen“ zum Polarstern, dann Blickrichtung in Richtung Süden, einstellen von Datum und Uhrzeit auf der drehbaren Sternkarte, derer Südpunkt nach unten richten und das anschliessend simultane Vergleichen der Sternbilder auf der Sternkarte mit denjenigen am Himmel führt uns zum „Stier“.

Die kurze Präsentation über den, am folgenden Tag nahe der Erde vorbei schrammenden, "Asteroid 2012 DA14" [1 968 KB] generiert grosses Interesse, auch nach der "Sternstunde". Es ist schwierig, den sehr interessierten Schülern klar zu machen, dass dieser Asteroid trotz der Erdnähe äusserst schwierig zu finden und zu beobachten sein wird. Vielleicht bemerkt der eine oder andere, der so um 20.30 Uhr Fernsehen schaut, dass plötzlich das Bild flackert, wenn der Asteroid vor dem TV- Satelliten durcheilt? ;-)

Die letzte Präsentation handelt von den meist technischen Fortschritten, die bestehende "Weltbilder" [18 782 KB] erweiterten oder gar umstiessen. Von der Erdscheibe über das Geo- zum Heliozentrischen Weltbild sowie Milchstrasse, Galaxien(Haufen) und das visionäre Multiversum werden kurz erwähnt. Da die Klassenlehrerin bereits diese Weltbilder mit ihren Schülern stofflich verarbeitet hat, lege ich den Schwerpunkt auf die technischen Errungenschaften, die halfen, bestehende Weltbilder zu erweitern oder gar als falsch zu erklären. Eine dieser neueren "Hilfe" ist die Spektroskopie, die ich anhand eines mitgebrachten Spektrografen (DADOS) mittels Glüh- und Sparlampe kurz demonstriere.

Trotz des fehlenden, natürlichen Himmels, darf ich diesen Anlass als gelungen bezeichnen und danke der Klassenlehrerin für ihr grosses Engagement für die Astronomie.

 

Mondfinsternis; Mittwoch 15. Juni 2011

Heute findet eine totale Mondfinsternis statt. Infolge des Durchgangs durch den Kernschatten dauert diese mit 100 Minuten und 53 Sekunden überdurchschnittlich lange. Zudem wird der Vollmond sehr stark abgedunkelt sein und bereits verfinstert um ca. 21.30 Uhr Ortszeit aufgehen. Es wird auch bei besonders guten Wetterverhältnissen sehr schwierig sein, diese schwach leuchtende Mondscheibe im immer noch hellen Himmel ausfindig zu machen.

Aufgrund einer in Kirchberg statt findender Landschulwoche einer Spiezer Schulklasse, wurde ich eingeladen die dort anwesenden 24 Schüler und Schülerinnen und drei Betreuer und Betreuerinnen mit einem Kurzreferat über dieses Phänomen zu informieren.

Ich rücke heute Abend gegen 21 Uhr mit Laptop, Leinwand und Teleskop an und werde freundlich begrüsst. Nachdem unter Mithilfe zweier Betreuer die Leinwand gestellt und der Beamer ausgerichtet sind, treffen kurz danach die rund 11 jährigen Schüler und Schülerinnen ein, die ich mit meiner Vorstellung begrüsse und auch mein kleines, mitgebrachtes 4“- Dobsonteleskop als gestifteter Preis vorstelle. Nach dem Vortrag werde ich 12 Fragebögen mit 12 Fragen verteilen und der- oder diejenige mit den meisten richtigen Antworten – bei mehreren „Siegern“ ausgelost – gewinnt dieses Neugerät.

Nach dem etwa 20 Minuten dauernden Vortrag [3 896 KB] verteile ich die vorbereiteten Vertiefungsfragen [41 KB] und die drei BetreuerInnen korrigieren laufend die ausgefüllten Fragebögen. 15 Bögen mit allseitig richtig beantworteten Fragen
zeugen entweder von einfachen Fragen oder guter Aufnahmefähigkeit der Beteiligten.

Gewonnen hat nach der Auslosung durch die Lehrerin „Lenja“. Leider spielt das Wetter nicht mit, ansonsten hätten wir natürlich diesen Gewinn umgehend an Mond und Saturn ausprobieren wollen.

Stattdessen zeige ich mit Hilfe von „Stellarium“ den aktuellen Himmel und informiere über das Auffinden von Sternbildern. Viele Fragen über die Astronomie, Maya- Kalender, Sternenleben lassen die Zeit rasch vergehen. Da bereits draussen ein Lagerfeuer brennt, muss die Lehrerin diese astronomische Stunde abbrechen.

Wenn nur ein Schüler oder eine Schülerin bei nächster Gelegenheit den Mond unter anderen Gesichtpunkten betrachten wird als bisher, hat sich für mich dieser Abend trotz schlechtem Wetter erfolgreich gestaltet.

 

Samstag, 28. Mai 2011

Heute haben wir Besuch. Nach einem opulenten Nachtessen lichtet sich der bisher wechselhaft bewölkte Himmel und ein ansehnlicher Sternenhimmel lädt gegen 23 Uhr zum Beobachten ein. Ich beschliesse, den Lichtenknecker HA150/f15 gegen den sich im Sternbild Jungfrau befindlichen Saturn zu richten. Zusammen mit Ruedi mache ich die Sternwarte betriebsbereit und Ruedi richtet nach einer kurzen Instruktion des Telradfinders das Teleskop auf Saturn aus. Mit dem 17mm Ethos steht der 132- fach vergrösserte Ringplaneten mitten im Gesichtsfeld. Saturn schwabbelt wegen der Luftunruhe ziemlich stark. Die Stellung des Rings hat sich wieder soweit geneigt, dass die Cassini- Teilung trotz der unruhigen Atmosphäre erkennbar ist. Reudi erkennt sogar mit indirektem Sehen die Wolkenstrukturen und neben den hell Titan auch noch einen schwach schimmernden, weiteren Leuchtpunkt. Dieser kann aber nicht als weiteren Saturntrabanten oder Hintergrundstern zugeordnet werden. Dazu hätte man diesen einige Zeit beobachten müssen, um eine eventuelle Bewegung erkennen zu können. Dazu haben wir aber keine Lust und suchen noch den offenen Sternenhaufen M86 im Sternbild Jungfrau auf. Eigentlich ist M86 ein Galaxienhaufen. Leider ziehen nun Schleierwolken auf und es ist nicht mehr möglich einzelne Galaxien zu erkennen. Wir sind dadurch gezwungen den kurzen Beobachtungsabend abzuschliessen. Ich zeige den Besuchern Ruedi, Ursi, Christina und Guido noch kurz die prägnantesten Sternbilder und wie man diese vom grossen Wagen ausgehend finden kann. Gegen Mitternacht verabschiedet sich die illustre Runde und wir suchen das notwendige Bett auf.

 

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Astrozeichnung von Jozef Cukas

Anlässlich unseres morgigen Firmen- Weihnachtsfestes besucht mich heute mein Freund Horst zusammen mit seiner Frau Lisa. Sie haben den 650 Kilometer langen Weg von Coburg bis ins Emmental auf sich genommen und meine Frau Eliane und ich haben sie zu einem Racletteabend bei uns zu Hause eingeladen. Horst zeigte sich bereits seit längerem als Astronomieinteressierter und wollte auch mal einen Blick durch den Lichtenknecker HA 150/f15 werfen. Der Lichtenknecker - als typischer Planetenrefraktor - steht für die sich heute Abend präsentierenden Planeten bereit. Am frühen Abend befinden sich Jupiter und der diesem sehr nahe Neptun im Südwesten sowie Uranus im Süden. Um Mitternacht werden Mars und kurz darauf Saturn mit seinem seit vergangenem September sich jetzt wieder langsam öffnenden Ringsystem im Osten aufgehen. Bei den beiden letzteren müssen wir wohl infolge des doch anstrengenden Freitags (Arbeit plus Weihnachtsfest) passen. Der Aufgang des noch zu 30% beleuchteten, abnehmenden Mondes wird - Horst ist darüber enttäuscht - erst gegen 1 Uhr morgens statt finden. Bis sich dieser über den hoch in den östlichen Himmel ragenden Wald hinauf bewegt hat, wird es wohl bereits Zeit zum Aufstehen sein.

Das Wetter zeigt sich im Vergleich des Vortages deutlich schlechter. Als ich gegen 22 Uhr nach draussen gehe, steht die Sanduhr des Orion deutlich am südöstlichen Himmel in einem Wolkenloch. Es ist sehr windstill und die Wolken zeigen keine Bewegung. Hoffnung treibt mich dazu, in Eile die Abdeckung der Sternwarte zu entfernen und den Lichtenknecker mit dem Ethos 13mm Okular auf Rigel auszurichten. Dieser zweithellste Stern im Sternbild Orion benutze ich zum Fokussieren und gleichzeitig erkenne ich die unruhige Luft und die suboptimale Durchsicht der Atmosphäre. Rigel präsentiert sich als leuchtender, unruhiger, kleiner Fleck. Ich fahre nun M42 - der grosse Orionnebel - an. Diesen findet sich kurz darauf schön in der Mitte des ansehnlichen Gesichtsfeldes. Die Vergrösserung von 173- fach erscheint zuerst für dieses ausgedehnte Objekt zu gross. Das enorme Gesichtsfeld des Ethos lässt aber doch einen grossen Ausschnitt mit Einigem an Strukturen um die klar ersichtlichen Trapezsterne erkennen. Ich erkläre dem nun dazu gekommenen Horst, dass er ein grosses Sternentstehungsgebiet betrachte und infolge der geringen Öffnung des Teleskops nur die hellsten Sterne - eben diese vier trapezförmig angeordnete - darin beobachten könne. Dieser Nebel wird von tausenden an meist unsichtbaren, jungen Sternen zum Leuchten gebracht. Horst ist begeistert, umsomehr er mit der langsam einsetzenden Adaption seiner nicht mehr ganz jungen Augen (Horst ist 73) immer mehr Details erkennen kann. Leider verschlechtert sich das Wetter immer mehr und an ein Beobachten von Planeten ist nicht mehr zu denken und somit decken wir die Sternwarte wieder zu und gehen zurück in die warme Stube.

 

Megalithenshow am Samstag, 7. November 2009

Dieser Beobachtungsbericht ist etwas Besonderes; beinhaltet er doch nicht astronomische sondern archäoastronomische Beobachtungen.

Mein Sternenfreund Richard Walker ist vielseitig interessiert und wenn dieser Mann etwas anpackt, dann wird es bis zur Perfektion ausgearbeitet. Schon seit Längerem hat mir Richard eine Führung im Rahmen seines Büchleins "Stonehenge im Säuliamt" um seine Wohngemeinde Rifferswil angeboten. Da dazu die lauwarme, schneefreie Zeit im Herbst oder Frühling am geeignetesten ist, sind nun meine Frau Eliane und ich diesen Samstag genau um 13 Uhr bei Richards Home eingetroffen.

Das Interesse an Megalithen ist bei uns beiden anhand einer Womoreise in die Bretagne und dem Besuch beim Megalithenfeld in Carnac entstanden. Klar, dass wir Richards freundliche Einladung sehr gerne angenommen haben.

Erstaunlich ist, dass sich eine grosse Konzentration an diesen Megalithobjekten um den Raum von Mettmenstetten befindet, die zu einem grossen Teil von Richard entdeckt und katalogisiert und in seinem oben erwähnten Werk festgehalten worden sind.

Sehr viele Geheimnisse umranken diese Steingebilde, die entweder als einzelnes Objekt, lange Steinreihe, Steinkreise der Blockanlage vorhanden sind. Offensichtlich interessieren sich die Archäologen wenig um diese "Andenken" der Bronzezeit, was sicher mit ein Grund für fehlendes Wissen über Sinn und Zweck dieser moosbewachsenen Werke unserer Vorfahren ist.

Wahrscheinlich ist das um so grössere Interesse von Amateurforschern damit zu begründen, weil dieses fehlende Wissen freien Lauf für das Stricken zum Teil abstruser Hypothesen lässt. Richard führt viele Führungen durch und es ist schon mehrmals vorgekommen, dass esoterisch veranlagte Leute ein im Kreis befindliches Bein wärmer als das andere empfunden haben oder gar einen Kreis fluchtartig verlassen haben, weil sie ein "komisches" Gefühl bekamen.

Naja, weder Eliane noch ich bekamen warme oder kalte Füsse, wagten sogar ungeniert und unbeeindruckt der eine oder andere Stein zu berühren oder gar zu bewegen. Eliane befreite sogar einen grossen Stein mit mehreren 100kg Gewicht von zwei jungen Bäumchen, die diesen Stein innerhalb der nächsten Jahrzehnte gespalten hätten, wie es ein älterer bereits vollbracht hatte.

Nach dem knapp vier Stunden dauernden Rundgang mit Auto und zu Fuss erfreuten wir uns zu dritt in Richards warmer Wohnung an dem von ihm offerierten und gemeinsam zubereiteten Fondue und diskutierten Rücksicht nehmend auf meine leider astronomisch desinteressierten Frau über ausschliesslich andere Themen. Richard wusste viel aus seiner Tätigkeit als Sachverständiger für Staumauern und Brücken zu erzählen und wusste als Weitgereister mit der einen oder anderen Anekdote unser Gelächter erschallen zu lassen.

Vielen Dank Richard.

 
Mein Lieblingsobjekt befindet sich im Steinhauserwald bei Uerzlikon: Zwei Steine sind so zueinander gesetzt, dass eine Furche entsteht und ein dritter Stein (sieht man auf dem Bild nicht) liegt etwa 40 Meter davon entfernt. Wie mit Kimme und Korn kann damit ein Horizontpunkt anvisiert werden. Dieses Visierblocksystem ist so ausgerichtet, dass der Horizontpunkt, wo die Sonne ungefähr zwei Monete vor bzw. nach der Wintersonnenwende unter geht. Wahrscheinlich wurden damit die geeigneten Zeitpunkte für die Saat ermittelt. Eine eindrückliche Steinreihe im Wald bei Herferswil. Der Zweck von Steinreihen lässt Spekulationen offen. Nicht ganz so alt, aber doch genug, um vom Baum eingenommen zu werden, sind diese zwei Wegweiser
Diese fotogene Steinplatte wurde bei einem Erweiterungsbau auf einer Parzelle auf dem Homberg gefunden und am Parzellenrand, bei einer Wegkreuzung aufgestellt. Handelte es sich dabei um eine Opferplatte? Eventuell gar für Menschenopfer? Eine eindrückliche Blockanlage. Auch hier ist der Sinn dieses doch arbeitsintensiven Bauwerkes nicht bekannt. Handelt es sich um einen Teil eines altertümlichen Friedhofes? Hunderte dieser Steinkreise - nicht alle als solche mehr sofort erkennbar - sind uns an diesem Nachmittag begegnet. Handelt es sich um Gräber? Oder spüren esotherische Mitmenschen tatsächlich darin Energien? Handelt es sich um einen Kraftplatz? - Ich war, ob nun innerhalb oder ausserhalb des Kreises, müde und Eliane hatte unabhängig vom Standpunkt gegenüber den Kreisen kalte Füsse und so freuten wir uns auf Richards Fondue in seiner mollig warmen Wohnung.

Beim Appenzeller- Fondue

Der "Grosse Esser" befindet sich hinter der Kamera...

Donnerstag, 11. Juni 2009

Illustration: SOHO

Heute hat sich mein amateurfunkender Astropspektroskopiefreund Richard Walker zu einem Besuch angemeldet. Nach einer Betriebsbesichtigung und einem einfachen Mittagsmahl (Schnitzel, Pommes- Frites und Salat) treffen wir für Kaffee und Kuchen bei mir zu Hause ein. Nach einer kurzen Visite in der Sternwarte wird mit einer von meiner lieben Frau gebackenen "Wiener Kaffeetorte" samt dazugehörigem Kaffee das gemeinsame Gespräch versüsst, wo es nicht nur um astronomische Belange geht.

Erhofft aber nicht erwartet stellt sich eine erfreuliche Wetterbesserung ein. Gegen vier Uhr wird die Wolkenbedeckung immer löchriger und wir können Richards Wunsch, einmal durch ein H-alpha- Sonnenfilter schauen zu dürfen, nachkommen. Ich setze nach dem Entfernen der Taukappe das Conorado Solarmax 60 anstelle Ersterer auf den Meade ED 102/f9, das Blockfilter in den OAZ und das 12mm C-max Okular (auch ein Coronado- Produkt) in den Zenitspiegel. Danach entferne ich Objektiv- Schutzkappe und Zenitspiegel beim Lichtenknecker, schalte die Nachführung ein und richte den Veteran so, dass am Boden der Leuchtfleck der Sonne maximal ersichtlich wird. Mit dem Blick ins C-max ist ein schummriges, schwach und rot leuchtendes Etwas zu sehen, das ich zu fokussieren versuche. Die immer wieder die Sonne abdeckenden Restwolken erschweren dieses Unterfangen zusätzlich. Es gelingt mir nicht, eine rote, klar begrenzte rote Scheibe hinzukriegen; wie wenn was den Lichtweg abdecken würde. Dafür wird plötzlich mein Kopf rot: Ohne Staubschutzdeckel auf dem Solarmax kommt die Sonnenscheibe nun klar und deutlich ins Gesichtsfeld!

Richard ist begeistert. Umsomehr es mit der Einstellung mittels T-max problemlos gelingt, mehrere Protuberanzen zu beobachten. Eine hat sich sogar von der Sonnenoberfläche abgelöst und bewegt sich als rot leuchtender Nebel langsam gegen die Sonnenoberfläche zurück. Die Granulation ist sehr schön erkennbar. Eine weitere Vergrösserung mit der 2-fach Barlow zeigt sich als ungünstig. Das Bild wird zwar grösser aber auch deutlich kontrastärmer, flauer. Also wieder ohne Barlow. Innerhalb der mit der Barlowübung verbrachten Zeit hat sich die vorher erwähnte Protuberanz bereits eindeutig erkennbar weiter gegen die Sonnenoberfläche zubewegt. Ein etwas nach verbrannt riechender Geruch macht uns intensiv darauf aufmerksam, was wir uns da für eine Kraftquelle "angezapft" haben. Ein Teil der Wolldecke, die wir zum Zwecke der Verfinsterung über Kopf und Okular ziehen, gelangte vor den offenen OAZ des Lichtenkneckers und das durch dieses Riesenbrennglas gebündelte Sonnenlicht begann das Material der Decke durchzubrennen.

Nach weiteren Beobachtungen wünscht sich Richard noch einen vergleichenden Blick mit dem PST desselben Herstellers (Coronado). Also pflanze ich noch dieses Gerät in eine freie Schwalbeanaufnahme des Lichtenkneckers.

Obwohl das PST ein sehr gutes Gerät ist, zeigt sich doch, wohin der für das Solarmax 60 mehr als fünf mal höhere Betrag hininvestiert wird. Das Bild ist bei gleicher Objektgrösse deutlich weniger kontrastreich. Die beim Solarmax beobachteten Protuberanzen sind zwar alle auch erkennbar, aber deutlich detailärmer. Dazu kommt, dass man nie alle Protuberanzen auf dem gesamten Sonnenumfang gleichzeit sehen kann. Mit dem Einstellring wird der Filtereffekt wie ein Fenster über das Gesichtsfeld gezogen. Also entweder kann man die "oberen" oder die "unteren" Protuberanzen erkennnen. Dasselbe geschieht übrigens auch mit der Erkennbarkeit der Granulation.

Zu guter Letzt stecken wir noch den Herschelkeil in den Lichtenknecker HA150/f15. Zusammen mit dem 31mm- Nagler Okular von Televue wird die makellos fleckenfreie Sonnenscheibe mit der Granulation fast das Gesichtsfeld füllend ersichtlich.

Die Zeit ist fortgeschritten und so verräumen wir Alles, decken die Optiken zu und ziehen den Wetterschutz wieder über die Sternwarte und ich fahre danach Richard zurück zu seinem Auto nach Oberburg, womit er umgehend seinen Heimweg unter die Räder nimmt

 

Karfreitag, 10. April 2009

Stellarium

Trotz weit über 20°C am Nachmittag treffen unsere Gäste Anita und Daniel sich um 18 Uhr bei uns zu einem Fondue ein. Nachdem es dunkel geworden ist, begeben wir uns gegen 21.30 Uhr zur Sternwarte und als erstes Ziel richte ich den Lichtenknecker gegen den sich im Sternbild Löwe befindlichen Saturn aus. Es ist leicht föhnig und die Luft entsprechend unruhig. Anfänglich mit dem 8mm Ethos im Okularauszug, wechsle ich rasch zum 13mm- Ethos. Mit dieser 173- fachen Vergrösserung ist die "Wabbelei" des beringten Gasplaneten erträglich. Das Ringssystem ist nur noch als schmales Band sichtbar und neben dem sich weit vom Mutterplaneten befindlichen Titan sind noch zwei weitere Saturntrabanten ersichtlich. Erst die nachträgliche Kontrolle mit der Planetariumssoftware lässt diese Saturnbegleiter von den Hintergrundsternen trennen. Im Ringsystem sind keine Details sichtbar. Dazu schauen wir momentan zu fest auf dessen Kante.

Bezüglich meines Besuches ist es schade, dass der Mond noch nicht hinter dem Wald aufgetaucht ist. Gerne hätte ich Daniel und Anita die eindrücklichen Terminatorkrater gezeigt.

Stattdessen schwenke ich den Lichtenknecker nun zu Regulus - dem Hauptstern des Sternbildes Löwen - und quittiere diesen als Referenz, um dann per "Goto" die Galaxie M65 anzufahren. Leider ist es zu hell und zu diesig, um mehr als nur einen schummrigen Nebelfleck - und diesen auch fast nur erahnend - zu erkennen. Der Wechsel zum 17-er Ethos bringt keine wesentliche Besserung. Mit dem Wechsel zum 31mm- Nagler kommt noch M66 nahe am Gesichtsfeldrand ins Bild. Die dritte Galaxie des "Leotripletts" - NGC 3628 - ist trotz "Herumfahrens" nicht zu erkennen, der Himmel ist zu hell.

Orion mit seinem M42 ist leider bereits hinter dem Dach meines Hauses verschwunden. Nach ein paar Minuten Diskussion über einige der momentan sichtbaren, hellen Sterne wie Sirius, Betelgeuze, Procyon, Castor und Pollux schliessen wir die kurze Beobachtungssession ab und ziehen den Wetterschutz wiederum über die Instrumente.

 

Samstag, 4. April 2009; Nacht der Sterne

2009 jährt sich zum 400. Mal der Beginn teleskopischer Himmelsbeobachtungen durch Galileo Galilei. 1609 veröffentliche Johannes Kepler seine ersten Planetengesetze. Basierend auf diese Geschehnisse findet 2009 das globale Jahr der Astronomie statt.

Vom 2. bis 5. April 2009 werden "100 Stunden Astronomie" mit Vorträgen, Beobachtungen und anderen astronomisch gefärbten Anlässen durchgeführt. Im Kanton Bern findet unter dem Patronat der Universität Bern am 4. April 2009 die "Nacht der Sterne" statt, wo ich mich mit meiner Privatsternwarte Loberg mit der öffentlichen Beobachtungsmöglichkeit von Mond und Saturn beteilige.

 

Das Wetter war in den letzten Tagen sehr unsicher. Obwohl wir uns in einem Hochdruckgebiet befanden, war meist eine dichte Hochnebeldecke präsent. Ich beschloss trotzdem, am vergangenem Montag mit einem Inserat [628 KB] in den Anzeigern um Burgdorf herum auf den heutigen Anlass in meiner Privatsternwarte hinzuweisen und hoffte in den verbleibenden fünf Tagen bis heute auf eine Wetterbesserung.

Der Morgen des 4. April 2009 ist vielversprechend: Blauer Himmel und Sonnenschein lassen hoffen. Kurz nach Mittag wird es aber rasch milchig und gegen 14 Uhr fallen sogar einzelne Tropfen. Mein Schwiegersohn Thomas, der mir als Co- Demonstrator mit seinem Meade ETX-125 Hilfestellung angeboten hat, muss gegen 15 Uhr wegen einer Darmgrippe absagen.

Gegen Abend wird es eher wieder heller, ist aber immer noch recht dicht bewölkt. Ich bereite die Wegweiser - die Zufahrt ist etwas verzwickt - zu meiner Sternwarte vor. Um 19.30 Uhr fragen die ersten Interessenten telefonisch an, ob der Anlass statt findet. Ich weise auf die immer noch dichten Schleierwolken hin. Falls aber der Mond sichtbar wird, werde ich die Instrumente sofort bereit stellen.

Genau um 20 Uhr erscheint als erster Gast eine junge Mutter mit ihrer Tochter Alina. Der Mond ist etwas vernebelt sichtbar und umgehend schiebe ich das Schutzgerüst beiseite und bereite den Lichtenknecker vor. Mit dem 31-mm Nagler- Okular zeige ich den beiden jungen Damen den Mond, den sie ob der vielen Krater bestaunten; waren sie doch bis anhin der Meinung, dass die Mondoberfläche nur "fleckig" sei. Mit dem Wechsel über das 17-er zum 13-er Ethos erscheint mir die Vergrösserung mit 170- fach optimal. Die helle Seite des Mondes ist nun erträglich und das Luftgeflimmer nicht so stark, wie erwartet. Die Krater im Terminatorbereich werden sehr plastisch und detailreich abgebildet.

Es treffen immer mehr Gäste ein. Ich zähle bis zum Schluss 37 Besucher und rund ein Viertel davon sind Kinder unter 12 Jahren. Gegen 21 Uhr wird Saturn von Auge erkennbar und ich schwenke zu diesem rüber und neben der Planetenscheibe mit seinem fast "geschlossenen" Ringsystem ist auch sein grösster Trabant Titan im Okular sichtbar.

Dieser Planet lässt immer wieder einige "Ahhs" und "Ohhs" der Betrachter am Okular ausrufen und infolge stetig neuer Besucher bleibt das Teleskop über eine Stunde auf ihn gerichtet. Die ersten Besucher erkennen bereits eine Verschiebung des Mondes Titan, der sich weiter von Saturn entfernt hat.

Anschliessend erfolgen noch meherere Schwenks zwischen Mond und Saturn. Wobei die Mondkrater bei vielen der Jugendlichen Ausrufe des Erstaunens hervor rufen. Es ist wirklich phantastisch, diese Krater in der Terminatorgegend in derer plastischen Abbildung zu betrachten. Vor allem wenn man diese das erste Mal durch so ein gutes Telekop wie dem Lichtenknecker erblickt. Bis sich alle satt gesehen haben wird es gegen 22.30 Uhr, bis sich die letzten Besucher dankend verabschieden.

Viele Fragen sind gestellt worden; über Instrumente, Himmelskörper, Grösse, Alter und Distanzen, ausserirdische Intelligenzen und das Hobby der Amateurastronomie. Einige der Fragen konnte ich beantworten, einige musste ich unbeantwortet lassen oder mit meiner eigenen Vorstellung erklären. Interessante Diskussionen haben statt gefunden und alte Freundschaften sind aufgefrischt worden. Die Freude und Dankbarkeit der vielen Besucher sind ein gutbezahlter Lohn für meine Bemühungen.

Trotz des suboptimalen Wetters - zwischenzeitlich ist vor allem der Mond von Nebelschwaden verdeckt worden - darf ich auf einen gelungenen Anlass zurück blicken und es wird sicher nicht der letzte dieser Art gewesen sein.

 
Das "Stargate" Ein Bereich des Mondes, der mit Hilfe der Handsteuerbox überfahren worden ist. Im Okular war das Bild deutlich plastischer als hier diese Grafik erahnen lässt. (Illustration: "Virtual Moon Atlas") Im Okular war infolge der ungünstigen Bedingungen (Luftunruhe, Schleierwolken und Mondlicht) neben Saturn und seinem Ringsystem nur noch sein grösster Trabant - Titan - zu erkennen. (Illustration: "Stellarium")

Freitag, 13. März 2009

Saturnsystem am 13.03.2009; um 21.30 Uhr

(Illustration: Stellarium)

Wiederum ist ein Besuch von Bekannten Anlass, einen kurzen Beobachtungsabend in meiner Sternwarte durchzuführen. Jürg ist selber Besitzer eines 4-Zoll Refraktors und interssiert sich für das Handling mit der Montierung. Das Wetter ist nicht optimal. Der Mond ist zwar noch nicht aufgegangen, als wir kurz nach 21 Uhr die Schutzhütte wegrollen. Aber feine Schleierwolken und ein allgemein aufgehellter Himmelshintergrund lassen mich die erste Idee, den Kometen "Lulin" zwischen den Sternbildern Krebs und Zwillinge aufzusuchen, fallen. Zudem ist es fraglich, ihn mit dem Telekop noch anpeilen zu können, da sich diese Sternbilder bereits sehr nahe beim Dach meines westlich von der Sternwarte liegenden Hauses befinden.

Ich erkläre Jürg kurz die Funktionsweise des ihm unbekannten Telrad- Finders und lasse ihn dann Sirius anpeilen und mit der Handbox der FS2- Steuerung im Okular mitteln. Anschliessend quittiere ich diesen Hauptstern des "Grossen Hundes" als Refernz und rufe Saturn für ein "Goto" auf. Ich vertippe mich aber beim Datum und bevor ich korrigieren kann fährt die Montierung zum Punkt am Himmelszelt, wo sich Saturn am 13. März 2007 befunden hat.

Eigentlich sollte man ja Saturn auch ohne "Goto" finden können. Heute befindet er sich gemäss "The Sky" im südlichen Teil des Sternbildes "Löwen". Aber zuerst nehme ich den grossen Orionnebel ins Visier, da der Mond in ein paar Minuten aufgehen wird. Das Ethos 13mm ergibt im Lichtenknecker HA150/f15 eine Vergrösserung von 173- fach. Die Trapezsterne sind klar und nadelstichförmig zu erkennen. Der Nebel zeigt trotz der starken Lichtverschmutzung leicht erkennbare Strukturen. Jürg ist nicht geübt im Beobachten und hat zuerst Mühe, neben den Trapezsternen auch weitere Einzelheiten zu erkennen.

Während sich Jürg mit M42 beschäftigt, suche ich von Auge den Himmel nach Saturn ab. Irgendwie erscheint mir kein der gelblichen Lichtpunkte hell genug für Saturn. Mir ist aber bewusst, dass die momentane Kantenstellung des Ringsystems einen grossen Einfluss auf die Leuchtstärke des Planeten hat und wähle einen grösseren, gelben Punkt südöstlich von Regulus - der Hauptstern des "Löwen" - aus.

Nachdem sich Jürg am Orionnebel satt gesehen hat, lasse ich ihn diesen "Stern" anvisieren und nach dem Blick ins Okular zeigt sich tatsächlich Saturn mit einigen seiner Monde im 13-er Ethos. Noch nie hatte ich Saturn mit seinem Ring in dieser "geschlossenen" Lage gesehen. Nur noch ein ganz schmales Band zog sich vor der Planetenscheibe durch. Wobei auf der Planetenoberfläche wohl eher der Schatten des Ringes als dieser selber sichtbar ist. Fünf Monde sind sichtbar und später kann ich diese mit dem Freeware- Planetariumssoftware "Stellarium" identifizieren (siehe Illustration).

Jetzt ist es an der Zeit, Jürgs Freundin Babs herbei zu rufen. Sie tapste zuerst unsicher auf dem Rasen und um das Teleskop herum, bis sich ihre Augen etwas an die Dunkelheit gewöhnt haben. Nach einigen anfänglichen Problemen mit dem Einblick - Babs hat noch nie durch ein Okular geschaut - konnte sie den Planeten mit einigen seiner Monde erkennen. Das erste Mal sah sie einen Himmelskörper live in einem Teleskop.

Leider verdichteten sich rasch die Wolken und weitere "Ausflüge" zu noch von mir geplanten Kugelsternhaufen müssen fallen gelassen werden und kurz nach 22 Uhr zog ich die Schutzhaube wieder über die Sternwarte.

 

Freitag, 14. November 2008

Meine beiden Kusinen väterlicherseits besuchen uns heute Abend mit Ihren Ehemänner. Nachdem wir das von meiner Frau Eliane mit viel Können und Liebe erstellte, fünfgängige Menü den ersten Teil des vorgesehenen Weges gingen liessen, wollte Ernst - als ehemaliger Astrophysiker - meine Sternwarte sehen. Wir begeben uns kurz nach 22 Uhr, nach dem Kaffee, dahin und trotz aller Erwartungen war es einmal nicht ein mit Hochnebel geschlossener Himmel, sondern ein einigermassen klarer, mit einem sich kurz nach Vollmond befindlichen Trabanten.

Kurzentschlossen bereite ich die Sternwarte vor und bestücke den Lichtenknecker HA 150/f15 mit dem Televue Ethos 13mm Okular und richte auf den Mond aus. Die Luft ist erstaunlich ruhig und man kann nach dem Fokussieren eindrückliche Details erkennen.

Der Krater Petavius ist klar und kontrastreich zu sehen. Sein Rillennetz und das Mittelgebirge zeigen viele Details. Da ich Gäste habe übergebe ich Ernst Okular und Steuerbox und überlasse es ihm, wie er über die Mondoberfläche schweben will.

Seine Schwägerin Susi, die bereits anhand eines früheren Besuches den Mond in einer anderen Phase beobachten konnte, stösst kurz darauf zu uns und erfreut sich an dieser klaren Mondlandschaft. Wir drei wechseln ab und jeder fährt nach seiner Lust und Laune über die Mondoberfläche.

Leider ist die Planetenwelt zurzeit ungünstig positioniert und ausser Uranus und Neptun sind keine sichtbar.

Ernst versucht noch den grossen Orionnebel, der gerade hinter dem Horizont auftaucht, mittelst Telrad- Finder ins Visier zu nehmen. Der nahe Beinahevollmond lässt aber keine lohnenswerte Beobachtung zu. Zusätzlich hat sich der Hochnebel nun doch entschlossen, uns nicht noch mit seinem Fehlen zu weiter zu enttäuschen und verdeckt von Rigel - dem Hauptstern des Sternbildes Orion - kommend, rasch den Himmel und ich schliesse gezwungenermassen die Sternwarte just, als gerade noch Kusine Ruth einen Blick ins Okular machen möchte.

Ich denke, dass der heutige, gelungene Abend Ruth ein anderes Mal wieder nach Ersigen führen wird und wenn das Wetter mitmacht, wird sie dann ihre Chance bekommen.

 

Dienstag, 29. Juli 2008

Mein "alter" Kollege Fritz besucht uns heute mit seiner Frau Andrea, seinen beiden Kindern Lisa und Leo und der Tochter seines Schwagers - Michaela - zu einem Grillabend. Die knapp acht Jahre alte Lisa interessiert sich sehr intensiv über das Weltall und ihr Berufswunsch ist Astronautin.

Nachdem sich die Kinder vor dem Essen noch ausgiebig im Pool abgekühlt haben und
wir anschliessend die Bäuche mit allerhand Sachen aus Elianes Küche und Dessrts seitens unserer Gäste gefüllt haben, zeigte sich das allgemein gewittrige Wetter gegen 22 Uhr doch etwas einsichtig und wir können die Sternwarte bereit stellen und den hellen, über dem Südhorizont prangenden "Stern" anpeilen. Wir benutzen den Lichtenknecker HA150/f15 mit dem kürzlich angeschafften Okular Televue Ethos 13mm .

Jupiter zeigt trotz des diesigen Himmels erstaunlich viele Details. Die drei Kinder erwähnen sofort die zwei kontrastreichen Wolkenbänder. Auch fünf (!!) Monde werden erwähnt. Für mich ist sofort klar, dass der fünfte "Mond" - südwestlich der Vierereihe der "Galileoer" ein Hintergrundstern sein muss. Dieser stellt sich bei der nachträglichen Nachforschung mit "The Sky" als das Objekt "SAO 187632" heraus.

Nachdem sich die Kinder satt gesehen haben, ziehen wir uns wieder auf den bei der Gegenseite des Hauses befindlichen, beleuchteten Gartensitzplatz zurück, der in der Zwischenzeit durch meine liebe Eliane von den "Kriegspuren" des Grillfestes geräumt und gesäubert worden ist, und schauen uns auf dieser Webseite noch einige Bilder der verschiedenen "Himmelserscheinungen" an. Als wir einige Sonnenbilder mit Sonnenflecken betrachten, holt Lisa plötzlich ein speziell für Kinder geschriebens Astronomiebuch hervor und zeigt erfreut den darin enthaltenen Artikel mit ähnlichen Sonnenfleckenbildern.

Kurz nach 23 Uhr, die ersten Gewitterblitze zeigen sich am Horizont begeben wir uns nochmals alle zur Sternwarte.

Jupiter befindet sich mit allen fünf "Monden" immer noch im Gesichtsfeld, können aber keine eindeutige Konstellationsverschiebung gegenüber der Vorstunde erkennen. Der Zeitraum dazu war für die doch beträchtlich von Jupiter entfernten Monde zu kurz.

Zum krönenden Abschluss visiere ich noch Vega - Hauptstern im Sternbild Leier - an, was mit vollem Bauch gar nicht so einfach ist, da diese sehr nahe am Zenit steht. Nach dem Quittieren als Referenzstern lasse ich M57 anfahren; schon bequem, so ein "Goto"!

M57 findet sich anschliessend genau in der Mitte des Gesichtsfeldes. Mit der Vergrösserung von rund 175 fach zeigt sich der Schmauchring, dessen Material vor rund 20'000 Jahren von dem in seinem Zentrum noch sichtbaren Sterns abgestossen worden ist, dunkel und infolge Luftunruhe wabbelig. Er ist aber eindeutig zu erkennen und auch die ovale Form ist beobachtbar. Klar, dass dieses schummrige Ding bei den Kindern weniger Eindruck interlässt, als der Gasriese Jupiter mit seinen Monden.

Die Gewitter werden intensiver und kommen rasch näher; bevor die ersten Tropfen fallen räume ich alles weg und ziehe den Wetterschutz über die Instrumente.

Anschliessend verabschieden sich die fünf Gäste infolge der vorgerückten Stunde und wir bedanken uns gegenseitig für den gelungenen Abend.

 

Freitag, den 8. Februar 2008

Heute ist AGO- Vereinsabend. Meine Kollegen Marcel und Kurt haben sich spontan bereit erklärt, mitzufahren und so nehmen wir gegen 17.15 Uhr ab Treffpunkt Ersigen den Weg zum Simplon unter die Räder. Der Verkehr ist immens und so kommen wir erst gegen 19.30 Uhr - nach einem mühsamen 300- Meter- Marsch durch tiefen Schnee - in der Sternwarte "Adler" an. Es haben sich bereits um 15 Leute in Sternwarte und Schulungsraum eingefunden.

Der Himmel zeigt sich sensationell. Einen eindrücklichen Einstieg gab uns bereits die schmale Mondsichel des zwei Tage alten Mondes beim Hinunterfahren von Goppenstein nach Gampel.

Nach der Begrüssung begeben wir uns zur Sternwarte. Als Erstes blicken wir durch den 5"- Tak den Claudio bereits auf M42 im Sternbild Orion ausgerichtet hat. Die vier Trapezsterne sind in der Gesichtsfeldmitte als feine Nadelstiche zu erkennen. Einer der Sterne ist deutlich heller. Der diffuse Nebel zeigt deutlich Strukturen, die in unserer lichtverschmutzten Gegend, wenn überhaupt, nur sehr mühsam zu erkennen sind.

Nachdem wir drei uns an diesem Anblick satt gesehen haben, richte ich per "Goto" den Tak auf den hoch in der Nähe des Zenits prangenden Mars aus. Marcel übernimmt die Feineinstellung und bringt den Planeten in die Gesichtsfeldmitte.

Mit Claudio zusammen versuche ich die günstigste Vergrösserung zu finden. Das 12mm Okular zusammen mit der zweifach Barlow (ca. 150x) erscheint mir optimal. Mars wabbelt etwas, aber bedeutend geringer als ich es von meiner Loberger Sternwarte her kenne. Nach indensivem Beobachten gelingt es mir auf der Mitte der Planetenscheibe einen dunklen Bereich zu erkennen. Die weissen Polkappen bleiben mir aber verborgen.

Nach einem kleinen Inbiss im warmen Schulungs- und Aufenthaltsraum richtet Claudio den 16"- er Meade auf den gerade hinter dem Hübschhorn (Danke, Remo) aufgehenden Saturn aus. Auch dieser Planet wabbelt. Auffallend ist die bedeutend kleinere Öffnung der Ringe gegenüber dem Vorjahr. IM September 2009 werden wir direkt auf den Rand der Ringe blicken und es wird ein paar Wochen lang kein Ringsystem zu sehen sein. Infolge der geringen Öffnung und dem spitzen Winkel auf das Ringssystem kann ich die Cassiniteilung nicht ausmachen. Auch ein Schattenwurf der Ringe oder Wolkenbänder auf der Planetenoberfläche kann ich nicht erkennen. Im Gesichtsfeld sind zwei Monde (Titan und Iapetus) erkennbar

Claudio hat von mir erfahren, dass ich den Rosskopfnebel (IC434) noch nie gesehen habe (siehe Illustration zu diesem Beitrag) und sofort richtet er den Meade auf Alnitak (linker Gürtelstern im Sternbild Orion) und mit Hilfe des verwendeten H-Beta- Filters konnte ich unter Claudios Anweisungen doch einen unförmigen, dunklen Bereich südlich von Alnitak erkennen. Aber die Form eines Rosskopfes blieb mir verborgen. Nunja, ich darf ab jetzt sagen, den Rosskopfnebel wirklich gesehen zu haben.

Marcel hat sich in dieser Zeit von Pfr. Josef Sarbach (seit kurzem Domherr in Sitten) die Sternbilder - Schwerpunkt Orion - kompetent erklären lassen. Er wird beim Nachhausefahren noch davon schwärmen.

Da die anderen Besucher auch ihr Auge ans Okular halten möchten, beschäftigen wir drei uns mit meinem Feldstecher Canon IS 15x50. Vor allem die bereits mit blossem Auge erkennbare Andromedagalaxie (M31) ist unser Ziel. Mit kurzem Suchen war diese gesichtsfeldfüllend, im Kern fast blendend hell, zu sehen. Das ansehnliche Gewicht des bildstabilisierenden Fernglases und die unbequeme Stellung lassen die Arme leider rasch ermüden und das Fernglas wird rasche weiter gegeben.

Die Zeit vergeht wie im Fluge und da der letzte Zug durch den Lötschberg um 11.30 Uhr fährt, müssen wir uns leider kurz nach 22 Uhr wieder verabschieden.

Wir fahren mit der Erinnerung an einen tollen Abend zurück in die "Üsserschwiiz".

 

Montag, den 31. Dezember 2007

Illustration: Nasa

Mars war am Heiligabend in Opposition und es wird neun Jahre dauern, bis er sich wieder so nahe bei der Erde aufhalten wird. Das Wetter ist seit Wochen nebelig und wenn sich auch tagsüber die Sonne mal zeigte - pünktlich zum Einnachten kam wieder der graue "Deckel"

Heute - Silvester - feiern wir zusammen mit meinem alten Freund Paul, dessen Frau Iris und Sohn Gennaro. Beim Eintreffen der Gäste zeigt sich noch ein klarer Himmel, aber rasch zieht sich wieder eine Nebeldecke über uns zusammen. Nach dem Fondue Chinoise klart der Himmel überraschenderweise wieder auf und mich zieht es zusammen mit Paul und Gennaro zur Sternwarte. Endlich liegen ein paar Aufnahmen von Mars mit der DFK31AF03AS drin.

Ich richte den Lichtenknecker HA150/f15 auf den unübersehbaren rötlichen "Stern" im "Zwilling" und schon leuchtet mir Mars aus dem 15mm LV- Okular von Vixen entgegen. Noch etwas fokussieren und es sind deutlich dunklere und hellere Bereiche auf dem Planetenscheibchen zu erkennen. Nach einem kurzen Blick von Paul und Gennaro ins Okular, bereiten wir die Kamera (DFK31AF03AS) vor.

Jetzt noch eine Vorgeschichte: Mein "unverwüstlicher" Laptop hat vor zwei Tagen seinen Einsatz auf dem Stubentisch nicht verkraftet. Während dem Surfen auf Astroseiten schien er von den "Unendlichkeiten des Alls" überlastet gewesen zu sein und liess sich nach einem "Einfrieren" des Bildschirmes nicht mehr starten. Naja Elektronik eben. Also wird mein altgedienter Geschäftslaptop "Acer Travelmate 660" mit der notwendigen Software und den Treibern für den Fall einer kommenden, klaren Nacht eingerichtet. Nach intensiven Berechnungen von H-alpha- Aufnahmen der Sonne mit Giotto, fing dieser plötzlich an, "komische Sachen" zu machen; das Anklicken funktionierte nur noch reziprok, das heisst, ich musste mit angeklickter Maus, das Ziel anfahren und dann loslassen; plötzlich konnten keine EXE- Dateien mehr geöffnet werden; ein Neustart brachte anfänglich noch Besserung, bis er sich gar nicht mehr starten liess.
Da der Acer bereits über sechs Jahre treue Dienste geleistet hat, entsorgte ich ihn und besorgte mir, es war bereits Silvester- Mittag, Ersatz. Die Auswahl im Geschäft war klein; wichtig war eine Firewire- Schnittstelle für die DFK- und DMK- Industriewebcams. Mit einem Toshiba Satellite P200 und mit vorinstalliertem VISTA HOME PREMIUM verliess ich bezüglich Letzterem das Geschäft mit gemischten Gefühlen.

Das war heute Mittag; wir schliessen also die im OAZ des Teleskops steckende Kamera bei der Firewire- Schnittstelle des Toshibas an. Das Bild der Webcam flackert wie verrückt und Mars hüpft auf dem ganzen Bildschirm herum. Ich lade noch die neueste Treiber- und Capture- Software herunter und installiere diese; ist aber nichts zu machen, die Bildsprünge blieben: VISTA lässt grüssen!

Ich entschliesse mich, meine Gäste nicht länger mit der offensichtlichen Softwareproblematik zu langweilen und stelle auf eine visuelle Beobachtungssession um.

Mars ist ja bereits anvisiert und mit verschiedenen Okularen versuche ich die Polkappe zu "erwischen". Aber ausser die verschieden hell erscheinenden Bereiche auf der Planetenoberfläche sind keine weiteren Konturen zu erkennen. Wahrscheinlich sind unsere Augen noch zu wenig adaptiert, da der Laptopbildschirm trotz Minimalstellung sehr hell leuchtete.

Unsere Frauen warten mit einem Tiramisu auf uns und ich wähle umgehend den Orionnebel (M42) als nächstets Ziel. Paul und Gennaro sind absolute Neulinge am Teleskop, erkennen aber im 31- Nagler (rund 72- fache Vergrösserung) die Nebelstrukturen und die Trapezsterne problemlos. Auch der Nachbarnebel M43 ist problemlos erkennbar. Die Luft ist erstaunlich ruhig und trocken. Mich reut immer noch, dass das Schicksal in Form der unzuverlässigen Digitaltechnik verhindert, den nahen Mars zu fotografieren. Ob es noch so einen tollen Abend in den nächsten Tagen geben wird? Es wird neun Jahre dauern, bis Mars wieder in einer solch günstigen Lage sein wird.

Als Abschluss noch rasch die Plejaden (M45). Hier zeigt sich, dass der Lichtenknecker mit seiner grossen Brennweite ein zu kleines Gesichtsfeld übrig lässt, um die gesamte Pracht des Siebengestirns erkennen zu lassen. Es ist immer wieder ein Genuss, die sechs bis sieben baräugig sichtbaren Sterne auf einige hundert im Teleskop anschwellen zu lassen.

 

Samstag, den 17. November 2007

Heute abend besuchen uns unsere "Kinder" Romina und Thomas mit dem sechs Wochen alten Grosskind Lenja. Nach einem gemeinsamen Abendessen, das meine Frau Eliane hingezaubert hat, weist doch unerwarteterweise die seit Wochen beständige Nebeldecke grössere Lücken auf und Thomas ist sofort dabei, mit mir zusammen den Himmel nach dem Kometen Holmes abzusuchen. Während Thomas versucht, warme Kleidung bei den Frauen aufzutreiben, gehe ich mit Feldstecher und SkyScout bewaffnet zu meiner Sternwarte im Garten. Dass Holmes zurzeit im Sternbild Perseus in der Nähe des Hauptsterns Mirfak steht, ist mir aus dem Beitrag im Schweizer Astronomieforum bekannt.

Nur wo befindet sich in dem aufgehellten Himmel und zwischen den Restwolken und Nebelfetzen dieses Sternbild? Dazu setze ich nun den seit gut zwei Monaten in meinem Besitz befindlichen SkyScout von Celestron ein. Problemlos führt mich dieses tolle Gerät zu Perseus und als ich das Fernglas in diese Richtung einsetze haut es mich beinahe aus den Socken. So gross hätte ich mir diese Erscheinung nie vorgestellt. Der Komet mit seiner Ausbruchwolke ist so gross wie der Vollmond und in dessen Mitte ist etwas heller sein Kern ersichtlich. Thomas ist zwischenzeitlich - eingepackt in eine Winterjacke von Romina - auch eingetroffen und ich habe ihm sofort das Fernglas übergeben und die ungefähre Richtung gezeigt.

Während Thomas sich mit dem Anblick im Fernglas vergnügt, bereite ich die Sternwarte vor, um den Kometen noch mit der Canon 350D einzufangen. Nachdem ich feststelle, dass die Brennweite des Lichtenkneckers zu gross ist, um den ganzen Kometen noch mit etwas Himmelhintergrund auf den Chip zu bringen, stecke ich die Canon, zusammen mit dem 0,8- fach Flattener in den Meade ED102/f9, was zu einer Brennweite von 750mm führt. Nun passt Holmes perfekt ins Gesichtsfeld der Kamera.

Nachdem ich je fünf Aufnahmen mit 800 und 1600 ISO geschossen habe, will Thomas noch die Plejaden betrachten. Ich empfehle ihm dazu das in seinen Händen befindliche Fernglas (Canon 15x50IS), anschliessend nach dem Entfernen der Kamera noch im Meade mit dem 31mm Nagler Okular. Wir beide sahen uns die Diamanten im schwarzen Samtkissen lange an. Diese im Teleskop weit mehr als sieben Sterne zu beobachten ist immer wieder ein Genuss. Der Himmel lässt nur im Zenitbereich eine sinnvolle Beobachtung zu; gegen den Horizont wird es rasch diesig und sehr aufgehellt. Deshalb brechen wir diese sehr kurze Beobachtungsnacht nach einer knappen Stunde wieder ab. Dennoch befgriedigt, den Holmes vor seinem Verschwinden in die Weiten der Sonnenwelt doch noch gesehen und sogar fotografiert zu haben.


 

Freitag, den 3. August 2007; Nürensdorf

Illustration: Jozef Cukas

Heute Abend fahren Eliane und ich zu meinem Sternenfreund Jossy und Monika nach Nürensdorf. Mich interessiert sehr, einen Blick durch sein von AOK umgebautes Coronado PST werfen zu dürfen. Um einen 1:1- Vergleich machen zu können, nehme ich mein Original- PST mit. Auch sein frisch angeschafftes Dobsonteleskop Ninja 320 erwartet meine Neugier.

Leider zeigt sich das Wetter nicht so freundlich an diesem Abend und wir müssen nach einigen erfolglosen Versuchen, die Sonne zu beobachten, abbrechen.

Nach Apero und Abendessen sehen wir dann doch Jupiter tief am Südhimmel und Jossy stellt seinen Ninja 320 auf. Erwartungsgemäss ist nur eine blasse Scheibe mit den vier Monden - aufgereiht wie auf einer Perlenschnur - zu sehen.

Nach etwa einer Stunde Fachsimpelei ist es soweit dunkel und wolkenfrei geworden, dass sich doch noch ein ansehnlicher Sternenhimmel über uns ausbreitet. Jossy nimmt erstmals Epsilon- Lyr ins Okular und das grössere Paar ist eindeutig getrennt. Mit dem ungleichen Pärchen wird es für mich schwierig. Das heruimhüpfende Zweigestirn kann ich bei einer Vergrösserung von gut 200- fach höchstens als "Erdnüsschen" attestieren.

Jossy will mir die Optik des Ninja näher demonstrieren und er fährt unter anderem M57, M13, M29 und M51 an. Bei 51 erkennt man ganz schwach die beiden Galaxienkerne. Mehr liegt bei dem immer noch stark erhellten Himmel nicht drin. M13 lässt die Potenz der Optik erahnen. Trotz den suboptimalen Verhältnissen ist der Kugelsternhaufen weit gegen die Mitte aufgelöst. Ich bin überzeugt, dass diese tolle Optik mit den bestückten Pentax- Okularen, bei entsprechend guten Sichtbedingungen, die Sterne weit ins Zentrum auflösen wird. Eindrücklich ist M57. Er ist eindeutig oval und es sind verschiedene Strukturen, bzw Helligkeiten erkennbar. Schliesslich wird gegen 23.30 Uhr noch der Hantelnebel (M27) mit einem OIII Filter ins Okular genommen. Die "Einschnürung" ist als etwas dunkleren Bereich ersichtlcih. Für mich das schönste Objekt an diesem demonstrativen Beobachtungsabend.

Nach dem herrlichen Dessert, das Monika hinzauberte, nimmt Jossy noch den 5"/f6,5- Borg auf einer AYO- Montierung "in Betrieb". Jupiter sieht in diesem apochromatischen Refraktor bereits knackiger aus. Es sind jetzt Wolkenbänder erkennbar. Epsilon- Lyr erscheint mir schwieriger zu trennen - wir haben hier schliesslich nicht mal die Hälfte der Öffnung des Ninja zur Verfügung. Die Sterne sind aber punktförmiger: Ganz kleine Nadelstiche.

Beim Herumschweifen entdeckt Jossy eine ansprechende Konstellation von Sternen: Ein kleiner Blauer, neben einem grösseren Gelborangen - erinnert an Albireo - und weiter entfernt nochmal ein Blau-Gelboranges Paar; noch im Gesichtsfeld. Jossy wird sich diese Konstellation noch mit einer Zeichnung verewigen. (Nachträglich stellten sich die beiden "Albireos" als Omikron-1 und Omikron-2 heraus...)

Da wir noch einen 90- minütigern Nachhauseweg vor uns haben, verabschieden wir uns vom Gastgeberpaar gegen Mitternacht und fahren mit der Erinnerung eines tollen Abends zurück ins Bernbiet.

Die Illustration zu diesem Beitrag ist eine Zeichnung von Omikron-1 und Omikron-2, die Jossy am folgenden Tag gemacht hat. Sehr eindrücklich; so sieht man diese schöne Konstellation im Okular eines apochromatischen Refraktors.

 

Samstag, den 14. Juli 2007

Illustration: Walter Gross

Mein Sternenfreund Walter und seine Frau Brigitte haben Eliane und mich zu einem Abendessen in sein jurassisches Ferienhaus eingeladen, wo er auch seine Sternwarte (http://astrofire.astronomie.ch) betreibt. Ich bin natürlich gespannt, einen Blick durch sein Hauptgerät, einen 6“/f7- Starfire von Astro Physics, werfen zu dürfen.

Gegen 18.30 Uhr treffen wir am Ort des Geschehens ein und dürfen auch Peter (ein weiterer Sternenfreund) und seine Frau Luzia begrüssen.

Nach unterhaltsamen und interessanten Gesprächen bei einem tollen Apero, noch tolleren Grilladen mit Gemüseeintopf und einem krönenden Tiramisu und Orangencake geht’s gegen 23 Uhr zu Waltis Sternwarte.

Walti hat sich hier eine tolle Sache aufgebaut. In einer 2 x 2 m grossen Rolldachhütte steht der AP zusammen mit einer 900GTO Montierung vom selben Hersteller auf einer eckigen Astrosäule. Auch der heute obligate PC fehlt nicht. Ein Koffer beinhaltet neben den Okularen auch die notwendigen Zusatzutensilien.

Der Horizont liegt südlich etwas höher als bei meiner Sternwarte. In den anderen Himmelsrichtungen, vor allem nördlich, ist er bedeutend tiefer. Walti darf sich einer sehr guten Lage rühmen. Die Walti- Sternwarte liegt mit 640 müM etwa 90 Meter höher als die Privatsternwarte Loberg.

Als erstes wird der Omeganebel (M17) mit einem 2“- 30mm- Okular im „Schützen“ angepeilt. Die Sterne sind wie feinste Nadelstiche und der Nebel leuchtet stark und kontrastreich. Wenn man bedenkt, dass es noch nicht richtig dunkel ist, kann man nur erahnen, wie sich dieser bei totaler Dunkelheit präsentieren wird. Die Sterne möchte ich im Vergleich zu meinem Lichtenknecker als eher noch etwas feiner bezeichnen. Ein direkter Vergleich hinkt natürlich, da der LK zwar die gleiche Öffnung aber mehr als eine doppelt so lange Brennweite aufweist. Auf jeden Fall ist der AP allererste Sahne.

Auch das zweite Ziel – der Hantelnebel (M27) – im Sternbild „Fuchs“ erweist sich als lohnenswertes Objekt. Mit einer etwas stärkeren Vergrösserung mittels 25mm- Okular ist sogar die Einschnürung ansatzweise erkennbar. Ich tippe bei dieser Gelegenheit ein wenig mit einem Finger ans Okular: Bombenfest, praktisch kein Schwingen im Okular erkennbar und dies auch nur äusserst kurz. Die fast 2,5m Gesamtlänge beim Lichtenknecker wirken sich diesbezüglich negativ aus. Schwingungsamplitude und –dauer sind bedeutend grösser. Drei bis fünf Sekunden dauert es, bis sich das Ganze wieder beruhigt hat.

Peter, als bekennender Doppelsternler, möchte noch einen 0.8 Bogensekunden- Doppelstern (16 Vulpecula, Testdoppelstern für 150mm Öffnungen) betrachten und natürlich zu trennen versuchen. Da die Goto- Software des AP diesen nicht beinhaltet, versuchen wir die Position mit der Software „The Sky“ ausfindig zu machen. Die Einstellungen sind aber weder auf Doppelsterne noch Bayer- Nummern konfiguriert und wir brechen infolge allgemeiner Müdigkeit (Wir hatten alle in der Vornacht zu wenig Schlaf bekommen) die Übung gegen Mitternacht ab.

Ich freue mich auf eine intensivere Beobachtungsnacht in Waltis Sternwarte, wenn die Nächte wieder etwas länger werden.

 

Sonntag, den 8. Juli 2007

Eigentlich bin ich heute von der strengen Gartenarbeit müde. Das Wetter gibt aber nach Wochen wieder einmal den Himmel frei. Deshalb suche ich bereits gegen 20 Uhr das Bett auf und hoffe, dass ich um Mitternacht ohne Wecker wach werde.

Und siehe da: Kurz nach Mitternacht fahre ich den Regenschutz meiner Sternwarte weg und nehme mit dem Lichtenknecker HA 150/f15 Jupiter ins 15mm Okular. Leider steht diese Riesengaskugel zur Zeit mit 15° sehr tief am Horizont und entsprechend unruhig ist das Bild, das ich von diesem Planeten zu sehen kriege. Dieser wabbert recht stark und ausser den gröbsten beiden Wolkenbänder sind nur noch drei der galileischen Monde ersichtlich: Callisto, Europa und Io. Ganymed wird entweder vor oder hinter seinem Heimatplaneten verweilen.

Ich stecke die IS DFK31AF03AS in den Zenitspiegel - ohne ist der Fokus nicht zu erreichen und die Verlängerungshülsen im Keller holen zu gehen, erspare ich mir - und schiesse je zwei AVI- Filmchen ohne und mit dem 2,5- fach Powermate. Der Fokus ist wegen dem starken Gewabber sehr schlecht zu finden. Beim letzten Filmchen sehe ich Ganymed hinter Jupiter hervor kommen und gemäss The Sky sollte sich auch der GRF (Grosser roter Fleck) auf der Vordereseite befinden. Diesen kann ich aber weder im Okular, noch auf dem Bildschirm erkennen. Ich hoffe, nach entsprechender Bearbeitung mittels Registax dann doch noch etwas mehr sehen zu können.

Nach knapp zehn Minuten sind etwa 4500 Bildchen geschossen und ich versuche noch visuell M6 und M7 im Sternbild Skorpion zu erwischen. Die beiden Sternhaufen sind aber bereits zu tief und hinter dem Nachbarhaus verschwunden.

Ich nutze die warme Temperatur von 17°C und versuche mein Glück bei M57. Der steht hoch beim Zenit und vielleicht kann ich den Zentralstern sichten, wie Beat Kohler es mit seinem baugleichen Gerät von Lichtenknecker bereits geschafft hat. Leider sind die Sichtbedingungen auch im Zenit schlecht. Mehr als das 15mm Okular (=150 fache Vergrösserung) liegen nicht drin. Das Gewabber verunmöglicht es, den sehr schwachen Zentralstern von M57 sehen zu können.

Gegen 2 Uhr morgens schiebe ich schliesslich den Regenschutz wieder über die Geräte und nehme vor dem Sonntagsfrühstück noch eine Mütze voll Schlaf.

 

Dienstag, den 22. Mai 2007; Saturnbedeckung

Illustration: Peter Heinzen

Heute habe ich Besuch von meiner Kusine Susi und ihrem Mann Fortunat und da entgegen des Wetterberichtes das Wetter bedeutend besser aufwartet, ist natürlich ein Blick durchs Teleskop meiner Gartensternwarte angesagt. Da sich Eliane für mein Hobby nicht interessiert und Fortunat infolge seiner Krankheit sehr schlecht gehen kann, gehe ich mit Susi alleine zur Sternwarte.

Der rund sechs Tage alte Mond ist gegen 21.30 Uhr das erste - unübersehbare - Ziel und die Gegend um den Terminator zeigt sich bei einer 72- fachen Vergrösserung (Nagler 31mm am Lichtenknecker HA 150/f15) sensationell klar und kontrastreich. Die Krater erschienen uns geradezu dreidimensional. Da Susi das erste Mal durch so ein starkes Teleskop schaut - sie ist bereits über 60 Jahre auf unserer Erde - ist sie über den Detailreichtum, die die Mondoberfläche zu bieten hat, sehr überrascht.

Nachdem wir uns diese Eindrücke eingehend über uns ergehen liessen, ist nun Saturn kurz nach 22 Uhr als nächstes Ziel vorgesehen. Wir sehen Arktur, Regulus und Spica am noch ziemlich hellen Himmel - aber wo ist Saturn? Der müsste doch mit seiner Helligkeit im Sternbild Löwe auch sichtbar sein!

Für was hat man den Goto?. Ich nehme Regulus als Referenzstern und lasse Saturn anfahren und sehe anschliessend den Mond in voller Grösse in der Mitte des Okulargesichtsfeldes..... Dann fallen mir die berühmten Fischhautbestandteile von den Augen: Saturnbedeckung!!

Ich starte sofort den Laptop und danach "The Sky" und mit Hilfe dieses tollen Programms finde ich heraus, das Saturn gegen 22.30 Uhr auftauchen wird.

Mit angeregten Diskussionen über die Grösse und Schönheit des Weltalls gehen die rund 20 Minuten Wartezeit rasch vorbei; und wirklich, kurz nach 22.30 Uhr zeigt sich Saturn an der beleuchteten Oberflächeseite des Mondes.

Susi staunt über die recht grosse Geschwindigkeit, mit der Saturn hinter der Mondscheibe auftaucht und sich schliesslich von letzterer entfernt.

Die relativ ruhige Luft erlaubt es sogar, die Vergrösserung auf 250- fach (Vixen LV 9mm) anzuheben. 450- fach (Vixen LV 5mm) ist dann doch zu stark und bringt keine Bereicherung mehr. Cassiniteilung, Wolkenbänder, dunkle Polkappe und Schattenwürfe auf Ring und Planet sind sehr gut erkennbar, obwohl die nahe und blendend helle Mondoberfläche recht stört.

So bin auch ich – unerwarteterweise - zu meiner ersten Beobachtung einer Saturnbedeckung durch den Mond gekommen. Leider habe ich es verpasst, selber ein Bild von diesem Ereignis zu schiessen und muss mich an einem Bild meines Sternenfreundes Peter Heinzen bedienen.

 

Freitag, 18. Mai 2007; Sternwarte AGO

Der heutige Tag scheint nach dem regenreichen Vortag eine klare Nacht zu versprechen und ich besprach mich mit meinem Vereinskameraden Claudio über eine Beobachtungsnacht in der Sternwarte unseres Vereins (AGO). Ich werde meine Atik 16 HRC CCD- Kamera mitnehmen.

Da dieser Freitag nach Auffahrt für viele ein Brückentag ist und Claudio und ich auch zu den diesbezüglich Glücklichen zählen dürfen, treffen wir bereits kurz nach 19 Uhr in der Sternwarte "Adler" auf dem 2000 Meter hohen Simplonpass ein.

Claudio und ich nutzen die Gelegenheit und betrachten noch die Sonnenflecken in der aktiven Region "10956" mit dem 128mm Takahashi (Baader Sonnenfolie) und dem 70mm Solarmax (H-alpha- Licht). Ich versuche, mit der mitgebrachten Meade LPI diese einzufangen aber irgend ein "aussergewöhnlicher" Fehler, der sich aussergewöhnlich hartnäckig immer wieder einstellte, verhinderte dies. Ich habe heute meinen neuen Laptop mit frisch installierter Software das erste Mal im Einsatz. Vielleicht ist beim Installieren der Autostarsuite- Software etwas schief gelaufen?

Es gelingt mir, bis kurz vor Sonnenuntergang, innerhalb der Zeit zwischen "Start" und Einstellen der Störmeldung ein paar Bilder aufzunehmen und ich hoffe, daraus ein brauchbares Bild stacken zu können.

Kurz nachdem die Sonne hinter den Bergen versunken ist, sieht man die sehr schmale Sichel des zunehmenden Mondes und in fahlem Licht den Rest der uns zugewandten Mondseite. Sehr hell steht Venus weit oben, ca. 30° über dem Westhorizont.

Auch dieser Planet versuche ich mehr schlecht als recht mit dem irgendwie lädierten LPI- System einzufangen; dasselbe mit Saturn, aber diesen nicht mehr durch den Takahashi sondern den 16"- Meade.

Nach dem Eindunkeln schliesse ich mich mit Claudio zusammen und wir zwei nehmen das Equipment des Meade LX200 16"/f10 mit aufgesatteltem Borg ED 101/f6,4 "in Beschlag".

Zuerst installiere ich die beiliegende Software der Atik 16 HRC im PC der Sternwarte und anschliiessend wird die Atik in den OAZ des Borg eingesteckt und mit PC und 12 Volt verkabelt. Alles funktioniert - erstaunlicherweise (!) - einwandfrei. Claudio bedient die Teleskope, sucht die vorgesehenen Ziele und führt von Hand mittels Fadenkreuzokular im 16"-er nach.

Zuerst schiessen wir in Richtung "Virgohaufen" ein Versuchssbild und ich wähle aus diesem Bild mit vielen, "grossflächigen" Sternen einer von mittlerer Helligkeit aus und anhand diesem Stern und der in der Software der Atik eingebauten Fokushilfe stellen wir - Claudio am OAZ und ich am PC - den genauen Fokus ein.

Jetzt machen wir ein Bild mit 300 Sekunden Belichtungszeit und es sind diverse Galaxien ersichtlich. Ich bekomme einen kalten Hinterteil am PC und Claudio kommt wegen den Bedienknöpfen der FS2, die wegen Kontaktproblemen nur noch schlecht ansprechen, ins Schwitzen.

Nachdem drei Fünfminutenbilder im PC abgespeichert sind, gehen wir vorerst in den Aufenthaltsraum zu heissem Kaffee und Tee.

Es ist bereits lange nach Mitternacht geworden und die Temperatur liegt bei 3 °C.

Nach der erwärmenden Stärkung wählt nun Claudio den Kugelsternhaufen M5 als Ziel. Das erste Kontrollbild zeigt plötzlich die Sterne wieder als leuchtende Flächen. Der Fokus hat sich in der Zwischenzeit verschoben; aber so viel?

Es stellt sich heraus, dass das Nose- Piece der Atik - wie die ganze Kamera - hochglanzpoliert und sehr rutschig ist und die Kunststoffschraube für die Befestigung im 1,25" - 2"- Adapter nicht genug "Griff" für eine zuverlässige Fixierung bietet. Da besteht Handlungsbedarf. Umsomehr die Gefahr des Herausrutschens und Zubodenfallens der Atik sehr gross ist. Ich werde eine schmale Nut eindrehen.

Claudio schiebt die Atik wieder bis zum Anschlag hinein und zieht die Schraube festmöglichst an. Der Fokus stimmt wieder nahezu. Nach ein paar Testaufnahmen für das Einstellen des genauen Fokus' werden dann 21 Bilder zu 5 Sekunden - ohne Nachführung - geschossen.

Zuletzt wird von Claudio die "Black- Eye- Galaxie" (M64) ins Okular genommen. Nachdem er endlich einen geeigneten Leitsterns in dessen Gegend finden konnte, schiessen wir sechs Aufnahmen zu je 5 Minuten.

Gegen drei Uhr morgens schauen wir uns noch Jupiter im 16"- er an. Leider ist an dieser Stelle die Luftunruhe so gross, dass selbst die beiden grossen Wolkenbänder kaum sichtbar sind: Kein dankbares Objekt zum Fotografieren. Claudio und ich waren zusammen in meinem Auto hochgefahren und so beschliessen wir, die Zelte hier abzubrechen; umsomehr ich noch über 2,5 Stunden zum nach Hause fahren vor mir habe.

Es stehen jetzt weitere Arbeiten in der digitalen Bildbearbeitung an und dies gibt mir die Möglichkeit, mich darin weiter vertiefen zu können.

 
In Richtung Galaxienhaufen im Sternbild Jungfrau (Virgo). Atik 16 HRC am Borg ED 101/f6,4. Zwei mit Astroart gemittelte Aufnahmen zu je 5 Min. Belichtungszeit. M5 mit der Atik 16 HRC am Borg ED 101/f6.4. 21 Aufnahmen mit Registax gestackt und mit Photoshop Tonwert korrigiert. Bei der Testaufnahme für M64 bezüglich Bildausschnitt - Claudio hatte grosse Mühe einen Leitstern in der Nähe der M64 zu finden - glitt ein Satellit genau vor M64 hindurch. Atik 16 HRC am Borg ED 101/f6,4. Ohne Nachführung. Tonwert mit Photoshop bearbeitet. M64 mit der Atik 16 HRC am Borg 101/f6,4. Handguiding. Zwei Bilder zu fünf Minuten mit Astroart gemittelt und mit Photoshop Tonwert und Farbe bearbeitet.

Sonntag, 15. April 2007

Endlich einmal kann ich den Denkmeier Binoaufsatz an meinem Lichtenknecker HA 150/f15 auszuprobieren.

Die Nacht ist mit knapp 15 Grad recht warm und auch das Seeing war schon bedeutend schlechter.

Ich montiere den Binoaufsatz mit zwei Meade 40mm Super Plössl Okulare und richte das Teleskop auf Saturn aus. Nach etwas mit den Augen hin und her bewegen und Einstellen des Augenabstandes sehe ich zuerst zwei, dann eine helle Fläche in schwarzer Umgebung. Das ist der unfokussierte Saturn! Ich schraube den Fokus zuerst bis zum Anschlag hinein, dann wieder hinaus. Auch nach dem Erreichen des äusseren Anschlages kein scharfes Bild! Ich versuche es dann mit der einten, dann mit der anderen einschiebbaren Barlowlinse (Power-X-Switch-System). War nicht scharf zu kriegen, der Ringplanet. Wie bei den meisten anderen Refraktoren auch, ist beim LK zu wenig Backfokus vorhanden.

Dem Denkmeier liegt eine zum OCS- System gehörende Lichtwegkorrekturlinse bei, die ich am unteren Ende des 2"- Nosepiece einschraube. Nun ist Saturn in den Fokus zu kriegen, aber für die bestehenden Sichtverhältnisse etwas gross geraten. Mit dem Einschieben der anderen Barlowlinse kriege ich Saturn "kleiner" und auch schärfer. Vier Monde sind erkennbar (Titan liegt ausserhalb des Gesichtsfeldes) und Saturn erscheint mir in punkto Details analog zum Vortag.

Der Vorteil liegt in der deutlich kleineren Anstrengung im Vergleich zum einäugigen Beobachten. Pro Auge kommt zwar nur halb soviel Licht an aber das Hirn führt die beiden "Lichthälften" wieder so zusammen, dass das Objekt gleich hell erscheint, wie beim einäugigen Betrachten.

Mit dem Power-X-Switch-System - wozu auch die eingeschraubte 2"- Korrekturlinse gehört - kann die Brennweite eines Refraktors um 1,4- (keine Barlow), 2,25- (schwächere Barlow) oder 4- fach (stärkere Barlow) verlängert werden. Beim LK ist damit eine Maximalbrennweite von 9000mm(!!) möglich. Mit den 40mm Okularen gibt dies eine Vergrösserung von 225-fach. Mit 1,4-fach bestehen immer noch ansehnliche 3150mm, die mit den 40mm Okularen knapp 80-fache Vergrösserung ergeben. Mit dem vorhandenen Original LK 0,6-fach Reducer/Flattener kann ich die Vergrösserung auf Deepsky- freundliche 48-fach reduzieren. Dann sind aber etliche optische Flächen im Strahlengang.

Ich versuche mit letzterer Konstellation das Leotriplett "einzufangen", das ich am Vortag mit dem 31-er Nagler gesichtsfeldfüllend beobachten konnte. Und siehe da: Nach "Einjustieren" der Augen sind die drei Galaxien sichtbar. Mich dünkt sogar die NGC 3628 etwas deutlicher zu erkennen als im 31-Nagler. Dies könnte aber an der vorgerückten Stunde und dem ruhigeren und auch dunkleren Himmel liegen.

Es braucht etwas Übung bis man den "Durchblick" hat, mit dem Binoaufsatz; dann sind aber die Vorteile des beidäugigen Sehens offensichtlich und eindrücklich.

Da es bereits gegen halb zwei Uhr morgens geht und die Müdigkeit sich bemerkbar macht, verschiebe ich weitere Versuche auf eine andere Nacht; gute Nacht....

 

Samstag, 14. April 2007

Heute Abend habe ich lieben Besuch von meinen Sternenfreunden Walter und Peter und Ihren Liebsten.

Nach einem ausgiebigen Raclette mit Zubehör (Danke an meine Frau Eliane) begeben wir Männer uns gegen 21 Uhr zu meiner Privatsternwarte und nach dem obligaten Blick auf Saturn bitte ich die Beiden den Lichtenknecker HA 150/f15 ohne Rücksicht auf Verluste (Kaffe und Dessert stehen noch an ;-) ) ehrlich zu kritisieren und übergebe ihnen (leihweise!!!) meine Sternwarte.

Peter als eingefleischter "Doppelsternler" nimmt zum Aufwärmen Gamma Leonis (zur Zeit sind die beiden Komponenten mit 4,7 Bogensekunden am weitesten voneinander entfernt) ins "Fadenkreuz" des Telstar- Finders. Es ist kein Problem mit dem Vixen LV 15mm Okular (= 150x) die beiden Komponenten sauber getrennt zu sehen und auch die Grössenunterschiede sind frappant. Zum Vergleich wird der parallel montierte Meade ED 127/f9 mit eingesetztem Vixen LV 9mm Okular (=130x) hinzugezogen. Peter und Walter attestieren einhellig, dass der LK einen auffallend besseren Kontrast aufweist; aber auch beim Meade sind Trennung und Grössenunterschiede der beiden Komponenten von Gamma Leonis natürlich eindeutig erkennbar.

Nach Kaffee und Dessert - es ist jetzt bereits kurz vor 23 Uhr geworden- "ziehen" Peter und Walti "die Schraube an" und wählen für den Lichtenknecker "57 Cancer" als nächstes Ziel aus. Die beiden Komponenten dieses Doppelsternsystems sind 1,4 Bogensekunden voneinander entfernt. Mit dem Vixen 9mm Okular (=250x) wird 57 Cancer eindeutig und sauber getrennt!

Ohne Hoffnung auf Erfolg wählt Peter schliesslich noch "Gamma Vir". Die beiden Komponenten befinden sich zur Zeit sehr nahe beieinander ( 0,7"!!). Diese Distanz ist für ein 150mm- Gerät an der Grenze für ein PERFEKTES Teleskop. Nach der "Faustformel" 113/D [mm] ergeben sich als noch trennbarer Mindestabstand 0,75 Bogensekunden. Mit langem Üben mittels Vixen LV 5mm Okular und Nagler- Zoom können Peter und Walti schliesslich bei Vergrösserungen zwischen 450 und 560x eine "8" erkennen. Der LK ist bei seinen rechnerischen und praktischen Grenzen angelangt. Ich habe bisher noch gar nie solch starke Vergrösserungen benutzt. Die Planeten betrachte ich bei maximal 250x (Vixen LV 9mm).

Beim nun definitiv gewählten Vixen LV 5mm (=450x) sehe ich um Gamma Vir drei Beugungsringe, die ineinander zu einer "8" verlaufen und Gamma Vir selber ist eindeutig etwas lang gezogen und in kurzen Momenten von günstigem Seeing als tailliertes Oval erkennbar.

Wir drei sind begeistert über die Qualität dieser Optik von Dieter Lichtenknecker.

Als erfreulicher "Nebeneffekt" zeigt sich auch bei diesen "Riesenvergrösserungen" kein Ansatz von Farbfehlern!

Walter nimmt sich schliesslich noch den "Comahaufen" vor. Es gelingt ihm, die Galaxie NGC 4565, eine der hellsten Galaxien in diesem Gebiet, ins 15mm Okular zu nehmen. Diese "On Edge"- Galaxie ist problemlos erkennbar; im Meade ED 127/f9 aber bedeutend schwächer und unauffälliger.

Als sich meine Gäste gegen Mitternacht verabschieden, nehme ich mir noch das Leotriplett vor. Mit dem 31mm Nagler sind M65 und M66 sehr schön erkennbar. NGC 3628 als "On Edge"- Galaxie ist für mich zuerst nicht ersichtlich. Da ich weiss, dass diese senkrecht in Richtung eines auffälligen Sterns (SAO 99552) über der Verbindungslinie der beiden Messier- Objekte liegt, konzentriere ich mich auf dieses Gebiet und sehe schliesslich auch diese sehr schwache Galaxie. Der LK ist offensichtlich auch zur visuellen Deepsky- Beobachtung brauchbar.

Ein erfahrener Sternensenior, der Herrn Lichtenknecker noch persönlich kannte, hat mir als Berater vor dem Kauf des LK gesagt: "Die heutigen Refraktoren werden vorwiegend auf leicht, klein, mobil und lichtstark getrimmt, aber eigentlich besser sind sie nicht!"

Mein alter und mit Taukappe fast drei Meter lange Lichtenknecker scheint diese Aussage zu bestätigen.

 

Samstag, 17. März 2007

Heute abend besuchen uns ein seid langem bekanntes Ehepaar und unsere Tochter mit Ehemann.

Nach einem wunderbaren Abendessen, das uns meine Frau mit ihren sensationellen Kochkünsten zubereitet hat, begeben wir uns alle (ohne Romina und Eliane; die haben mit meinem schönen Hobby leider nichts am Hut :-( ) zu meinerSternwarte.

Saturn, mit dem 9mm Vixen LV Okular am Lichtenknecker HA 150/F15 lässt bei meinem Besuch lauter "Ohhs" und "Ahhs" entlocken. Thomas hat vor einigen Monaten sein "First-Light bereits hinter sich bringen können. Aber Harald und Ingrid, beide bereits über 60 Jahre jung, hatten noch nie durch ein gutes Teleskopauf einer stabilen Montierung blicken können. Harald hat ab und zu mit seinem Fernglas den Mond oder mit entsprechenden Filtern die Sonnenflecken oder eine Sonnenfinsternis angeschaut.

Das Erlebnis mit Saturn schreit nach mehr und ich wähle den Orionnebel als nächstes Ziel.
Ich erkläre was es hier zu sehen gibt. Die Trapezsterne erkennen die beiden sehr gut und sie sind erstaunt über die Grösse des Nebels der im 31mm Nagler so richtig zu Geltung kommt.

Zum Abschluss zeige ich den Anwesenden die Plejaden mit dem LV 50mm Okular von Vixen im Meade ED127/f9. Auch bei diesem schönen Messierobjekt sind begeisternde Worte zu hören. Diamanten auf einem Samttuch ist ein auch schon gehörter und treffender Vergleich....

 

Samstag, 13. März 2007

Saturn hängt wunderbar hoch im Sternbild Löwe. Das muss doch ausgenutzt werden. Mit dem LV 9mm Okular von Vixen am Lichtenknecker HA 150/f15 (Vergrösserung 250x) beobachte ich den eindrücklichen Ringplaneten.

Die Cassini- Teilung, Wolkenbänder und andeutungsweise die "Polkappe" sind erkennbar. Ich erfreue mich immer wieder an diesem wunderbaren Planeten, der auf Bildern nie so zur Geltung kommt wie "live".

Der Schattenwurf des Ringes auf der Planetenoberfläche und der Schatten des Planeten auf dem Ring sind sehr gut erkennbar.

Auch 5 seiner Monde kann ich erkennen; obwohl ich nicht ganz sicher bin, ob der eine oder andere Lichtpunkt nicht ein Hintergrundstern sein könnte. Beim nachträglichen Nachprüfen in der warmen Stube mit Hilfe von "The Sky" kann ich aber anhand einer Skizze, die ich beim Beobachten machte, feststellen, dass ich sicher Titan, Dione, Tehthys, Rhea und Enceladus gesehen habe.

 

Montag, 9. Oktober 2006

Mein Schwiegersohn Thomas interessiert sich für die Astronomie und möchte einmal durch ein grösseres Fernrohr schauen. Das Wetter ist an diesem Abend zwar schön aber das Seeing lässt zu wünschen übrig.

Ich bestücke den Lichtenknecker HA 150/f15 mit dem 9mm LV Okular von Vixen.

Wegen "fehlenden" Mond und Planeten beschränke ich mich auf die helleren Deepskyobjekte. Ich erkläre Thomas zuerst die Funktionsweise einer Deutschen Montierung und weise ihn auch in die Bedienung der FS2- Steuerung ein. Thomas begreift schnell und ich lasse ihn die FS2 bedienen. Ich zeige Thomas mit dem grünen Laser als erstes die Vega (Alpha Lyr) den er als Referenzstern anpeilt und anschliessend lässt Thomas nach dem Quittieren von Alpha Lyr in der FS2 mittels der Goto- Funktion den Ringnebel in der Leier (M57), und die beiden Kugelsternhaufen M13 und M92 im Herkules anfahren. M57 ist ohne Details als nebliger und flackernder Ring erkennbar. Die beiden Kugelsternhaufen sind gut erkennbar aber wegen dem bestehenden Seeing nur am Rand auflösbar.

Anschliessend zeige ich auf Albireo (Beta Cyg). Thomas dreht den Lichtenknecker auf diesen Stern und betrachtet dann diesen für ihn unbekannten Stern während dem Zentrieren im Okular. Er erkennt sofort die beiden Komponenten und auch die Verschiedenheit der Farben (Orange und Blau). Anschliessend lass ich ihn die beiden Objekte M33 und M27 anfahren. Diese sind leider wegen dem recht hellen Himmel nicht erkennbar.

Da weder Frau noch Tochter an meinem Hobby Interesse finden, kann sich vielleicht Thomas dafür begeistern?

 

Samstag, 7. Oktober 2006

Heute Abend ist es - warum wundert mich das nicht? - bewölkt. Eigentlich habe ich vorgesehen gehabt, das First- Light mit dem seit Kurzem in meinem Besitze befindlichen Lichtenknecker HA 150/f15 machen zu können. Die Wolkenlücken lassen nur kurze Blicke auf wünschenswerte Ziele frei und ich beschliesse deshalb, zu Bett zu gehen und hoffe auf bessere Bedingungen vor dem morgigen Tagesanbruch.

Als ich gegen 3 Uhr morgens erwache, ist der Himmel klar; aber leider vom Mond sehr ausgeleuchtet.

Mich hält dies nicht ab und ich bringe jetzt das First- Light mit dem LK hinter mich.

Vorweg: Ich habe keine Socken angezogen. War auch besser so, es hätte mich sowieso aus diesigen gehauen!

Ich nehme Orion - genauer M42 - ins Visier. Einfach phänomenal! Die Trapezsterne wie Nadelstiche in einer Folie, die stark hinterleuchtet wird. Ich benutze das 31mm Nagler Okular, was etwa eine 70-fache Vergrösserung ergibt. Alle Sterne im Gesichtsfeld werden als kleinste Lichtpunkte abgebildet. Keine unförmigen "Dinger". Der Himmel als total schwarzer Hintergrund.

Alles was in Foren und in meinem Umfeld bezüglich Qualitäten des LK erwähnt worden ist, kann ich bestätigen.

Ich bestücke den Meade ED 127/f9 zum Vergleich mit einem 15mm LV Okular von Vixen, was ungefähr auch eine 70- fache Vergrösserung ergibt. Auch hier sind die Trapezsterne sehr schön erkennbar, aber irgendwie ist das Bild kontrastärmer, leicht matter. Auch die Sterne wirken ein klein wenig grösser. Nicht, dass ich sagen will, es sei ein schlechter Anblick im Meade; aber eindeutig ein klein weniger schön als im Lichtenknecker. Es kann sein, dass es auch am Okular liegen könnte; also verwende ich beim LK das 50mm LV von Vixen (45-fach). Auch hier: Eindeutig die Trapezsterne getrennt und nadelfeine Lichtpunkte. Ich bin ein zu ungeübter Beobachter, um die feinen Unterschiede zwischen dem LV und dem Nagler wirklich erkennen zu können. Dazu wird dies durch die verschiedenen Vergrösserungen auch nicht vereinfacht.

Eindeutig ist für mich als Beobachtungsanfänger erkennbar, dass die Sterne im LK "nadeliger" sind als beim auch sicher nicht schlechten Meade. Ich habe auch den Eindruck (kann das sein?), dass beim LK das Bild etwas ruhiger ist; weniger Geflacker!

Aber wie bereits erwähnt; ich bin kein guter Beobachter und das eigene Hirn kann einem auch einflössen, dass der LK (als Neuanschaffung) einfach besser sein MUSS!

Meine künftigen Beobachtungs- Gäste werden hier sicher unvoreingenommener beurteilen und kritisieren.... ;-)

Ich kann es kaum erwarten, weitere Beobachtungen mit dem LK machen zu können.

Wie hat ein guter, alter Sternenfreund mir im Vorfeld der Beschaffung des LK's gesagt: "Die heutigen Refraktoren sind leichter, kürzer und meist auch billiger geworden; aber besser sind sie eigentlich nicht!" - Hat er recht?

 

Mittwoch, 31. Mai 2006

Nachdem mein Sternenfreund Claudio Abächerli einen internen Audit in meiner Arbeitsstätte durchgeführt hat, will er doch noch meine Sternwarte "auditieren".

Das Wetter ist teils sonnig, teils bewölkt und angenehm in der Temperatur. Wir entschlissen uns schliesslich nach einer vom Pizzaservice gelieferten Pizza, trotz noch hellem Himmel gegen 20 Uhr den im ersten Viertel befindlichen Mond im Terminatorbereich zu beobachten. Wir richtern den Meade ED 127/f9 mit dem 25mm Vixen LV Okular gegen unseren Erdtrabanten aus. Ich bestücke für mich den auf diesem Refraktor montierten kleineren Bruder - Meade ED 102/f9 - mit dem 15mm LV von Vixen und Claudio übernimmt die Handbox der FS2 und fährt uns auf der Mondoberfläche spazieren. Der Terminator "fährt" mitten durch das Mare Tranquillitatis, wo 1969 die Apollo -11- Mission die ersten Menschen (Armstrong und Aldrin) auf dem Erdtrabanten absetzte. Leider kenne ich die Namen der sich zum Teil herrlich im Lichtschattenspiel des Terminatorberichs darstellenden Krater nicht. Ich geniesse einfach diesen Mondflug.

Nachdem wir uns am Mond etwas satt gesehen haben, macht Claudio den Vorschlag, Saturn ins Visier zu nehmen. Nur leider ist es noch zu hell, diesen Planeten von blossem Auge sehen zu können. Also gehen wir an den PC und lassen uns von Redshift 5.1 zeigen, wo der Herr der Ringe sich zur dieser Zeit aufhält. Ziemlich genau 4° in östlicher Richtung. Wir gehen wieder zur Sternwarte zurück und Claudio findet diese riesige, beringte Gaskugel nach kurzer Zeit. Claudio bemängelt die etwas zittrige Säule, die ein Fokussieren erschwert. Da besteht Handlungsbedarf. Saturn präsentiert sich im 9mm LV Okular von Vixen am noch immer hellen Himmel konrastarm. Die Cassiniteilung ist aber eindeutig erkennbar. Wir versuchen noch andere Okulare aus, stellen aber fest, dass das 9mm die optimalen Beobachtungsverhältnisse in beiden Teleskopen (Meade ED 127 + 102 /f9) ergibt. Leider fährt nächstens Caludios Zug; er hat noch eine weite Heimreise bis Visp und wir müssen diesen Beobachtungsabend gegen 21.45 Uhr abbrechen.

 

Freitag, 21. April 2006

Heute Abend entschliesse ich mich, den seit längerer Zeit im Keller schlummernde GSO 12"- Dobson zu einer rein visuellen Beobachtungsnacht herauf zu schleppen. Die Nacht scheint klar zu werden und gegen 22 Uhr richte ich diesen "Mörser" als Einstieg auf Jupiter aus, der so schön am südlichen Himmel prangt. Mit dem 15mm LV- Okular von Vixen ist dieser sehr kontrastreich und man sieht schön die Wolkenbänder. Der "Rote Fleck" kann ich nicht erkennen. Vielleicht ist er auch auf der hinteren Seite dieses riesigen Gasballes. Die galileischen Monde sind eindeutig als kleine Scheibchen zu erkennen.

Nachdem ich noch das 9mm Okular (LV von Vixen) und so aus Neugier das Nagler Zoom (6-3mm) - was sich eindeutig als eine zu starke Vergrösserung auswies - eingesetzt habe, wechsle ich auf das 32mm Okular von TS und versuche M51 anzuvisieren. Gar nicht so einfach diese zu finden. Mit Sternenkarte und Redshift 5.1 habe ich mich vorbereitet. Aber ich sehe keinen "Nebel". Mir tut der Rücken bereits weh und will schon aufgeben, als ich diese doch plötzlich am Okularrand sehe: Klein und schwach aber beide Lichtpunkte erkennbar. Ich versuche noch das 25mm LV- Okular von Vixen, aber mit dem 32-er ist es genüsslicher, da nicht immer wieder nachgeschubst werden muss. Schliesslich muss noch M31 als Schlusspunkt für diesen Abend herhalten. Da ich diese Galaxie mit dem Feldstecher vorher ausmachen konnte, ist derer Auffinden kein grosses Problem. Diese uns am nächsten stehende Galaxie ist ein Riesenbrummer und füllt auch das Gesichtsfeld des 32mm- TS- Okulars zu einem grossen Teil aus. Ich habe das Axiallager, das im Originalzustand zwischen zwei Holzspanplatten läuft, mit zwei Blechen ergänzt. Jetzt laufen die Nadeln des Lagers gut mit Teflonfett geschmiert auf diesen Eisenplatten, was sich mit einem sanften und ruckfreien Nachführen bemerkbar macht. Dies ist vor allem bei grossen Vergrösserungen eine dankbare Angelegenheit.

 

Mittwoch, 29. März 2006

Canon 350D am Meade ED 127/f9 mit Baaderfolie

Heute ist der grosse Tag der Sonne - oder des Mondes? Beide sind bei diesem astronomischen Schauspiel Hauptdartseller. Gegen Mittag schiebt sich der Mond zwischen Sonne und Erde und lässt seinen Schatten auf die Erdoberfläche fallen.

Wie eigentlich nicht anders erwartet, will auch das Wetter auf sich aufmerksam machen und bietet neben vielen Wolken auch etwas Regen.

Ich beeile mich, in der Mittagspause die kurzen Wolkenlücken zu benutzen und meinen mit Baader- Sonnenfolien bestückten Celestron CR 150/f10 auf den Mittelpunkt des Geschehnisses zu rücken. Es gelingt mir sogar zwei brauchbare Bilder mit der angeflanschten Canon EOS 350 D zu schiessen (==> Sofi1 Sofi)2 ).

Meine Sternenfreunde, die einen langen Weg nach Lybien auf sich genommen haben, werden wahrscheinlich mit anderen, fotografischen Souvenirs aufwarten können.

 

Sonntag, 23. Oktober 2005

Heute besucht uns Romina mit ihrem Freund Thomas und dieser begeistert sich an meinem Conorado PST. Wir betrachten die Sonne im H- alpha Licht und sehen etliche Protuberanzen an derer Oberfläche. Granulation und Sonnenflecken sind klar erkennbar, auch bei den grossen Vergrösserungen.

Die gestern neu dazu gekauften C- max Okulare zeigen einen bedeutend besseren Kontrast als das einfache, dazu gelieferte Kellner Okular. Auch Einblickverhalten und Gesichtsfeld sind besser bzw. grösser. Der Kauf der drei Okulare hat sich jedenfalls gelohnt.

Ich benutze das PST auf der von mir modifizierten AYO- Montierung. Das geinge Gewicht des PST lässt diese parallaktische Montierung auch ohne Gegengewicht einsetzen. Für ein besseres sehen, nehme ich mir ein Badetuch über den Kopf. Da drunter wird es zwar drückend heiss; belohnt wird dieser "Masochismus" mit einer schöneren, detailierterer, roten Sonbne im Okular.

 

Zur Übersicht Beobachtungsberichte