ursusmajor

Das Sammeln von Licht

Kleine Einführung

Viele Mitmenschen, die das erste Mal eine Galaxie oder ein anderes Deepsky- Objekt (Objekte ausserhalb des Sonnensystems) durch ein Teleskop zu sehen versuchen, sind enttäuscht, da sie mit den bekannten Fotos aus den Hochglanzzeitschriften im Hinterkopf eben diese Bilder zu sehen erwarten. Es kommt sogar vor, dass die Objekte gar nicht gesehen werden. Ein Sternenfreund erwähnte einmal treffend: "Man sieht das Objekt vielfach erst, wenn man weiss, was man zu sehen bekommt..."
Der Reiz am visuellen Beobachten ist nicht das Sehen möglichst schöner, brillanter und in allen Farben schimmernden Objekte, sondern die Erkenntnis, direkt mit den eigenen Augen - also live - ein Objekt riesigen Ausmasses in einer unvorstellbaren Distanz zu sehen.
Will man die ganze Schönheit dieser unzähligen Deepsky- Objekte beobachten, kann dies nur mit Hilfe von Fotoapparaten erreicht werden. Diese können im Gegensatz zu unseren Augen das Licht "sammeln".
Vor der Erfindung des Fotoapparates war es nur mit Zeichnen möglich, Beobachtungen fest zu halten und weiter zu verbreiten. Auch heute gibt es etliche Astrozeichner, die sich trotz der heute erhältlichen, hochtechnisierten Bildaufnahmegeräten, dieser alten Methode verschrieben haben. Wie auch mein Sternenfreund Jozef Cukas
Nicht immer sind bei Astrofotos mehr Details erkennbar. Ist genügend Licht vorhanden, wie dies bei Objekten unseres Sonnensystems der Fall ist (Mond, Planeten und Sonne), können visuell vielfach - im Vergleich zu den für die Amateurastronomie vorgesehenen Apparate - mehr Details erkannt werden.
Ich übe mich wegen der fehlenden, künstlerischen Ader aber lieber in der Astrofotografie und erfreue mich an den - wenn endlich gelungen - schönen, detailreichen Bildern....
Heute ist mit einem bezahlbaren Equipment die Erstellung von Bildern in einer Qualität bezüglich Detailreichtum, Kontrast und Farbe möglich, die noch vor wenigen Jahrzehnten nicht einmal von Profis erreicht werden konnte.
Mein Sternenfreund Wolfram Fischer stellte sich am 13. August 2009 bei Radio Mephisto einem Interview [4 024 KB] über die Astrofotografie
Falls Sie Interesse am Astrofotografieren haben und selber einsteigen möchten: Astrofotografie


 

Andromedagalaxie M31 visuell und fotografisch

So sieht man die Galaxie mit einem Fernglas oder kleineren Teleskop in unseren Breitengraden, bei einer mittleren Lichtverschmutzung, wie sie etwa an einem Stadtrand vorkommt. Mit einem kleinen Teleskop auf einer Montierung mit Nachführung und einer einfachen Digitalkamera kann ein solches Bild dieser Galaxie geschossen werden. Man erkennt bereits die ansehnliche Ausdehnung im Vergleich zum visuellen Eindruck, wo "nur" der Galaxiekern als neblig leuchtender Fleck zu erkennen ist. Mit einem weltraumgestützten Teleskop wie das legendäre "Hubble- Teleskop" werden diverse Details ersichtlich. Man erkennt unter anderem Sternhaufen, wie sie auch in unserer Galaxie vorkommen.

Orionnebel M42 visuell und fotografisch

Der schöne Nebel im Sternbild Orion, wie man ihn visuell in einem Teleskop - bei mässiger Lichtverschmutzung - sehen kann. Eine Astrozeichnung von Jozef Cukas. Dasselbe Deepsky- Objekt mit einer Digitalkamera an einem kleineren Teleskop aufgenommen. Ein Equipment, wie es heute Amateurastronomen zur Verfügung steht. Und auch hier als Krönung ein Bild desselben Objektes vom legendären "Hubble- Teleskop" geschossen.

Eine informative Präsentation über die Astrofotografie

Zum Seitenanfang