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Modellfliegen

Modellhelikopter bauen und fliegen

Als Erweiterung meiner Leidenschaft des technischen Modellbaus sehe ich das Bauen von Modellhelikoptern. Die Technik und vor allem die Mechanik eines Helikopters faszinieren mich sehr.
Obwohl es heute für wenig Geld sehr einfach zu fliegende Fertig- Modell- Helikopter gibt ist der Selbstbau und der Nervenkitzel beim Fliegen eines Modell- Helikopters ab 1,5m Rotordurchmesser um Welten eindrucksvoller.
Je grösser das Modell, desto ruhiger fliegt dieses und kommt dem Flugverhalten eines "echten" Helikopters immer näher.

 

Der erste Modellhelikopter

Dieter Schlüter gilt als derjenige, der den ersten kommerzionell nutzbaren Mopdellhelikopter entwickelt und angeboten hat. Ende der 1960-er Jahre machte er intensive Versuche und brachte schliesslich zu Beginn der 1970-er Jahre den ersten Baukasten- Modellhelikopter heraus.

Die Geschichte vom Modellhubschrauber

Fernsteuerungen

Graupner JR MC-24 mit Spektrum 2,4-GHz- Modul

Alle meine hier aufgelisteten Modelle werden mit 2,4-GHz-Anlagen ferngesteuert. Dazu verwende ich Emfänger von Spektrum sowie aktuell die Pult- Fernsteuerung Spektrum DX10t
Die 2,4- GHz- Technik hat gegenüber der MHz-Technik (35 und 40 MHz) gewaltige Vorteile: Die Antennenlänge bei Sender und vor allem Empfänger ist auf wenige Zentimeter geschrumpft. Die Zeiten, wo bei Scale- Modellen die lange Empfängerantenne geschickt "versteckt" werden musste ist vorbei. Zudem kann heute bei mehreren Modellpiloten auf dem Platz ohne das Erkunden eines freien Kanals das eigene Modell umgehend gestartet werden, da die Fernsteuerung selbständig einen freien Kanal (eigentlich zwei) sucht. Ein weiterer Vorteil ist die relative Sicherheit gegenüber Störungen anderer Sender und Störquellen auf diesem Band. Es wird wohl nicht all zu lange dauern, bis nur noch 2,4-GHz-Anlagen anzutreffen sind. Leider sind Sender und Empfänger der einzelnen Hersteller nicht untereinander kompatibel, da verschiedene Techniken zum Einsatz kommen, die jede für sich ihre Vor- und Nachteile bietet. Um bei einer grossen Modellflotte nicht diverse Sender anschaffen zu müssen, sollte man sich für einen Hersteller entscheiden.

 

Helimodelle mit kollektiven Pitch

Auch bei grösseren und grossen Modellhelis (Rotordurchmesser >1500mm) verbreitet sich heute der elektrische Antrieb dank immmer leistungsfähigeren Akkus (Lipos). Bei Scalemodellen setzt sich parallel dazu die Wellenturbine vermehrt durch, da hier neben der Akustik auch das Startprozedere und der Geruch dem Vorbild nahe kommt.
Aber sei es aus aus Nostalgie oder wegen dem Vorteil längeren Fliegens (Benziner bis 30 Minuten Flugzeit) findet man nach wie vor den klassischen Modellmotor mit Kolben in Zweitakt- oder gar Viertaktausführung. Schliesslich gibt es auch bei den manntragenden Helikopter benzinbetriebene Kolbenmotoren wie zum Beispiel Bell- 47, Schweizer 300 oder Robinson R22.
Folgend meine aktuelle (Mai 2013) Helikopterflotte (ohne (Turbinenhelis) mit kollektivem Pitch:
Modell, Rotordurchmesser, Mechanik, Treiber, Treibstoff (mit/ohne Flybar; Stabilisierungssystem)

 

  • Bell 230, 1,8m, S-S-M, Zenoah ZG22, Benzin (Flybar); 2013 umgebaut auf Elektromotor und Flybarlesse (HC3 Extreme)
  • Hughes 300 C, 1,8m, Robbe Futura Gold, Zenoah ZG26SLH, Benzin, Flybarless (HC3 Xtreme), 3- Blatt Hauptrotor
  • Trainer, 1,35m, Align T-Rex 600, RCM BL600M, Elektro (Flybarless; HC3 SX)
  • Trainer, 0,72m, Align T-rex 450, 450MX, Elektro (Flybarless; 3GX)
  • Trainer, 0,3m, Blade X130-Plus (alle Tuning Optionen), Elektro (Flybarless; AS3X)
 

Kleinmodelle ohne kollektiven Pitch

Modelle mit Koaxialrotor: Diese Bauart stellt der häufigste Einstieg in die Modellhelifliegerei dar, da dieser Bautyp viel einfacher zu fliegen ist als "echte" Modellhelis mit Haupt- und Heckrotor. Die Eigenstabilität beim Schweben ist gar so hoch, dass ein "Koaxialer" regelrecht dazu gezwungen werden muss aus dem Schweben in einen Rundflug überzugehen. Diese Modellhelis sind ausschliesslich für den Einsatz in geschlossenen Räumen vorgesehen. Höchstens bei absoluter Windstille kann ein Aussenflug gewagt werden. Die Leistung ist - vor allem im Mikrobereich - zu gering, um auch einem sanften Windchen entgegen wirken zu können.
Modelle mit Haupt- und Heckrotor:
Diese Helikoptermodelle bieten Rotordurchmesser im Bereich bis etwa 300mm und werden ausschliesslich elektrisch betrieben. Auch der Heckrotor wird meist mit einem separaten Elektromotor angetrieben. Mit Hilfe der ausgereiften Elektronik und der meist genügend dimensionierten Treiberleistungen sind diese Modelle (im Gegensatz zu den Koaxial- Mikromodellen) - obwohl für Indoor konzipiert - oft auch im Aussenbereich einzusetzen. Das Preisleistungsverhältnis ist heute sehr günstig und deshalb erfreut sich diese Modellgrösse einer sehr grossen Beliebtheit und entsprechender Verbreitung. Mit ein Grund, dass nach einer groben Beschädigung ein Neukauf günstiger zu stehen kommt, als eine Reparatur.

 

Turbinenhelis

Turbinenhelis sind die Königsklasse der Modellhelikopter. Heute sind diese Wellenturbinen ausgereift und arbeiten äusserst zuverlässig. Zudem können diese über die Fernsteuerung gestartet werden und geben dem Zuschauer durch dieses ferngesteuerte Startprozedere den Eindruck eines echten Helis. Dieses Gefühl wird durch die dem Original nahe entsprechende Akustik und Geruch noch verstärkt.
Die Modell- Wellenturbinen werden wie die "Grossen" mit Kerosin betrieben. Eine aufwändige Elektronik steuert und überwacht den Betrieb. Trotzdem ist wegen nicht ganz auszuschliessenden Fehlfunktionen - meist durch Unachtsamkeiten des Piloten - vor allem beim Start (Hotstart) Vorsicht am Platze empfohlen. Ein funktionierender CO2- Feuerlöscher in Griffweite ist für eine Schadensbegrenzung an Modell und Umgebung sinnvoll. Vor allem wenn sich die feuerspukende Turbine in einem Helirumpf oder sich ein Rotorblatt im Auspuffbereich der Turbine befinden sollte.
Die Turbinen der drei Modellhelikopter weisen Kerosinstart auf. Die beiden PHT2 von JetCat nutzen den Starter nach dem Anlaufen der Turbine als Generator. Nach rund 8 Minuten Betrieb ist der für den Start benötigte Strom wieder ergänzt.

 

Turbinentrainer

Einer meiner Modellhelifreunde setzte mir in der "Winterpause 2012/13" einen Trainer mit Turbinenantrieb zusammen. Damit übe ich mich im Handling und Fliegen eines Turbinenhelis ein
Daten dieses "Jet- Trainers":
- Rotordurchmesser: 1,6m
- Totallänge ohne Rotor: 1,5m
- Abfluggewicht: 7,5kg
- Turbine: JetCat PHT2 mit 2,7kW Leistung
Vielen Dank an Rolf Kessler, der mir diesen Trainer neben einer JetCat- Mechanik mit Teilen von Kasama, Propo sowie vielen Eigenbauteilen zusammen stellte.

 

ALOUETTE II

Derselbe Kollege (Rolf Kessler), der mir den Turbinen- Trainer aufgebaut hat, bot mir dieses tolle Modell als Gebrauchtartikel an. Da musste ich nicht lange überlegen...
Der Treiber ist wie beim Trainer eine PHT2 von JetCat.
Die technischen Daten dieses Modells von VARIO
- Rotordurchmesser: 1,7m (Dreiblattrotor)
- Totallänge ohne Rotor: 1,6m
- Abfluggewicht: 8,0kg

 

LAMA SA 315 B

Mein selbst aufgebauter Semi-Scalemodellheli einer LAMA SA 315B. Die Teile stammen von VARIO- Helicopter
Technische Daten:
- Rotordurchmesser: 2,6m
- Totallänge ohne Rotor: 2,5m
- Abfluggewicht: rund 20kg
- Turbine: Jakadofsky PRO 5000 mit 5,1 kW Leistung
Folgend Impressionen (noch) fremder Helis:

 

Multikopter

Meist setzt man diese skuril anmutenden Fluggeräte einer Drohne gleich. Durch die einfache Handhabung dieser "Schwebegeräte", die oft neben eines wirkungsvollen Kreiselsystems zum Zwecke der Stabilisierung auch ein GPS für das automatische Halten "an Ort", sowie die selbständige Rückkehr und Landung beim Startpunkt beinhalten, eignen sich diese speziellen Helikoptermodelle für das Bestücken mit einer Kamera. Bereits für wenig Geld sind solche Drohnen mit eingebauter Kamera flugfertig zusammen mit einer passenden Fernsteuerung erhältlich. Gegen oben sind die Preise offen. Neben dem klassischen Quadkopter mit vier sind auch Konstruktionen mit sechs (Hexakopter) oder auch acht (Oktokopter) Rotoren üblich. Für engagierte Modellbauer stehen alle erdenkbaren Varianten zum Selbstbau zur Verfügung.
Wie auch die vorgängig erwähnten Koaxialhelikopter, werden die Multikopter im Vergleich zum klassischen Helikopter mit Haupt- und Heckrotor von eingefleischten Modellhelipiloten als Spielzeuge belächelt. Es ist eine Tatsache, dass diese beiden speziellen Helikopterkonstruktionen infolge der hohen Eigenstabilität und ihrer geringen Fluggeschwindigkeit viel einfacher zu fliegen sind als diejenigen mit Haupt-/Heckrotor. Es macht sicher auch Spass, so einen Koaxialen oder Multikopter herumfliegen zu lassen; ohne die Angst, infolge einer Fehlmanipulation einen teuren Modellheli zu schrotten.
Der abgebildete Multikopter ist ein Quadkopter "Bumblebee" von Hobby-Lord mit einer auf einer Gimbal (per Fernsteuerung ansprechbare Vorrichtung für das Kippen der Kamera) befindlichen "Flycam one" in HD (1080p) und otionaler Funkübertragung des Bildes auf einen separaten Bildschirm, der sich vorteilhaft auf dem Sender der Fernsteuerung befindet. Das Einschalten der Videofunktion bzw. Auslösen eines Einzelbildes (5 MPx) erfolgt über die Fernsteuerung des Modells. Das Mikrofon kann ein- und ausgeschaltet werden (direkt in der Kamera). Das Kreiselsystem stabilisiert die Fluglage und ermöglicht mit dem GPS- System zusammen ein Halten an Ort sowie die automatische Rückkehr und Landung am Startplatz. Die Flugzeit beträgt mit zwei parallelen LIPOs (3S/2Ah) etwa 10 Minuten. Das flugfertige Gewicht mit Kamera/Sender beträgt knapp 2kg.

 

Werbevideo "Bumblebee"

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