Schon als kleiner Junge hat es mich fasziniert, mit einem kleinen Hobbymikroskop in die Welt des Kleinen zu tauchen. So als Ausgleich zu den riesigen Dimensionen im Makrokosmos finde ich den gegenteiligen Mikrokosmos zeitweilig auch interessant. Leider fehlt mir die Zeit, diese Möglichkeit intensiver als Freizeitbeschäftigung auszuüben.

Durchlichtmikroskopie

Olympus CHB; Anschaffung 1977. Dieses für Studenten der Medizin und Biologie konzipierte Durchlichtmikroskop habe ich mir als angehender Student angeschafft. Nicht zum Studium - so ein Gerät benötigt ein Maschineningenieur nicht - sondern als Freizeitbeschäftigung. Mit Mikrotom, Rasiermesser und Pinzette als Hauptinstrumente wurde alles Mögliche präpariert. Mit der Ausrüstung von fünf verschiedenen, achromatischen Objektiven mit den Vergrösserungen/Aperturen 4/0.10, 10/0.25, 40/0.65, 60/0,80 und 100/1.30 sowie drei Okularpaaren von 5x, 10x und 15x sind Vergrösserungen von 20 bis 1500- fach möglich. Wobei letztere die sinnvolle Vergrösserung eines Lichtmikroskopes bereits überschreitet. Übrigens wird für Vergrösserungen von über 1000-fach ein Immersionsölobjektiv eingesetzt. Dieses tolle Gerät kommt sporadisch immer wieder zum Einsatz. Nächstens wird wohl meine Enkeltochter das Eine oder Andere vergrössert sehen wollen.

Schräglichtblende

Da beim CHB wegen des Alters und der kleinen Verbreitung in Europa keine Möglichkeiten vorhanden sind, Leuchtfeldblende (zum Köhlern) und Phasenkontrast nachzurüsten, habe ich wenigstens die Schräglichtbeleuchtung ermöglichen wollen und habe mir unter Beratung von Mikroskopfreunden eine Schräglichtblende angefertigt.

Die gefertigten Einzelteile mit dem zusätzlichen, mattierten Blaufilterglas. Verwendet wurde für Blende und Halterung Aluminium- und für Hebel und Führungen Inox- Stahlblech. Die einbaufertige Schräglichtvorrichtung. Die Alublende mit dem halbmondförmigen Ausschnitt ist auf die mattierte Seite des Filters geklebt worden. Nachdem dieser Verbund in den Halter eingelegt wurde, sind Hebel und Führungen ebenfalls mit Sekundenkleber direkt auf den Glasfilter geklebt worden. Damit bilden die Teile eine nicht mehr demontierbare Einheit. Die Schräglichteinheit wird in die Filteraufnahme des Kondensors - wo sich normalerweise der Blaufilter befindet - eingesteckt. Die Blende befindet sich nun unmittelbar und damit optimal unter der Aperturblende des Kondensors.

Auflichtmikroskopie

Leica EZ4; Anschaffungsjahr 2010. Dieses Stereomikroskop - oder treffender Stereolupe genannte optische Vergrösserungsgerät - ist ein Allzweckgerät. Sowohl Auflicht-. wie auch Durchlichtbetrachtungen sind möglich. Der Vergrösserungsbereich schliesst sich obigem Duchlichtmikroskop gegen unten an. Mittelst achromatischem Zoomobjektiv kann von 8- bis 35- fach stufenlos vergrössert werden. Die grosse Distenz zwischen Auflage und Optik ermöglicht es zudem, grössere Dinge von Hand unter die Optik zu halten. Die vielfachen Beleuchtungsmöglichkeiten - sowie derer Dimmung - erlauben alle möglichen Beleuchtungseinflüsse zu simulieren. Dieses Gerät steht zum Leidwesen meiner Frau stets betriebsbereit auf dem Stubentisch.

Digitale Mikroskopie

Celestron Digital Microscope Plug-and-Play- USB- Gerät mit einem Zoomobjektiv von 10- bis 150- facher Vergrösserung. Dieses Gerät verwende ich als Ergänzung zum Leica EZ4, da mit dem Leica infolge den fest verbauten Okularen und fehlendem Drittstutzen keine befriedigende Dokumentation mittelst Kamera möglich ist.

Eigene Mikroskopie- Aufnahmen

Alle Aufnahmen sind mit einer fokal angekoppelten Canon EOS 350Da aufgenommen worden. Da diese über einen für die Astronomie optimierten Chipfilter verfügt, ergibt sich ein Rotstich in den (unkorrigierten) Aufnahmen:

Hellfeldaufnahme von Diatomeenschalen mit dem Objektiv 40/0,65. Belichtungszeit 4 Sekunden. Dunkelfeldaufnahme mit denselben Parameter wie die Hellfeldaufnahme. Belichtungszeit 6 Sekunden Hellfeldaufnahme desselben Objekts mit dem Objektiv 100/1,30 (Ölimmersion). Belichtungszeit 8 Sekunden
Hellfeldaufnahme obiger Diatomeenschalen mit der Imaging Source DFK31AF und dem Objektiv 60/0,80. Verarbeitung von 480 Einzelbilder, Flatbildabzug zum Zwecke der Elimierung von Staubschatten.
Hellfeldaufnahme eines Querschnittes durch ein Kiefernästchen mit dem Objektiv 4/0,10. Belichtungszeit 2 Sekunden ... mit dem Objektiv 10/0,25. Belichtungszeit 4 Sekunden ... mit dem Objektiv 40/0,65. Belichtungszeit 6 Sekunden
Unser Norwegischer Waldkater streunt viel draussen herum und bringt oft unliebsame Gäste mit nach Hause. Beim Kraulen werden diese Zecken oft entdeckt und herausgezogen. Warum nicht einmal so ein Plagegeist unter dem Mikroskop betrachten? Dabei entdeckte ich unter dem Stereomikroskop, dass Zecken offenbar auch dem Kannibalismus nicht abgeneigt sind. Später erfuhr ich, dass hier entgegen meinem ersten Eindruck vom Zeckenmännlein dafür gesorgt wird, dass diese Spinnentiere nicht aussterben. Aufnahme mit der Canon und Zoomobjektiv 35-55mm Digitalmikroskop Celestron; Zoomobjektiv Olympus CHB mit dem Objektiv 4/0.10. Zusätzlich zum Durchlicht, das durch den Körper der grösseren Zecke schimmert, benutzte ich eine Halogenlampe für die Aufsichtherhellung. Belichtungszeit 0,5 Sekunden

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